Nach Massenschlägerei auf Fußballplatz - Verfahren eingestellt

Nach Massenschlägerei auf Fußballplatz - Verfahren eingestellt

Von Viviane Jelenc

Das Landgericht Duisburg hat das Verfahren gegen drei Fußballer der Kreisliga eingestellt. Sie waren nach einer Schlägerei 2017 wegen schwerer Körperverletzung angeklagt worden.

Mit einem Wortgefecht soll es damals begonnen haben, dann seien die Spieler beider Mannschaften aufeinander losgegangen. Schließlich stürzten auch die Zuschauer auf den Platz und prügelten mit.

Das Spiel zwischen der Union Hamborn und dem VfB Obermarxloh im September 2017 musste abgebrochen werden. Ein Spieler von Obermarxloh wurde lebensgefährlich verletzt. Das Opfer erlitt mehrere Knochenbrüche und musste mit einer Not-OP gerettet werden.

Heute, rund vier Jahre später, mussten sich drei der mutmaßlichen Schläger vor Gericht verantworten. Sie sollen brutal auf den damals 19-Jährigen eingeschlagen haben – auch dann noch, als das Opfer bereits bewusstlos war.

Anklage fallen gelassen

Doch kaum hat der Prozess begonnen, ist er auch schon wieder vorbei. Die Richter stellten das Verfahren ein. Der Grund: Es sei kaum möglich, die Angeklagten als Haupttäter zu überführen. Sie sollen nun Geldstrafen zwischen 200 und 500 Euro zahlen.

Für den Trainer des Opfers unverständlich. Er fragt sich, warum überhaupt so lange mit dem Prozess gewartet wurde. Die Zeugenaussagen lägen schließlich seit Jahren vor, so Trainer Frank Schilling.

Immer wieder Gewalt im Amateurfußball

Hochkochende Emotionen, Aggression und Schlägereien. Gewalt im Amateurfußball ist seit Jahren ein Problem. Immer wieder gibt es Appelle an Fans und Spieler, manchmal Sanktionen. Doch meist zeigen die Maßnahmen keine langfristige Wirkung.

Stand: 14.01.2022, 12:22

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