Nach blutigem Streit in Hagen: viereinhalb Jahre Gefängnis

Nach blutigem Streit in Hagen: viereinhalb Jahre Gefängnis

  • Gewaltausbruch nach Drogen und Alkohol
  • Falsche Munition rettet Opfer
  • Opfer nahm Entschuldigung des Angeklagten nicht an

Das Landgericht Hagen hat am Montag (11.02.2019) einen Mann wegen versuchten Totschlags zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt. Der 33-Jährige war im Juli 2018 in Hagen-Wehringhausen aus seinem Auto ausgestiegen und hatte mehrfach versucht, auf einen ihm unbekannten Motorradfahrer zu schießen. Allerdings löste sich dabei kein Schuss aus der Pistole, da der Hagener die falsche Munition eingelegt hatte.

Opfer wehrte sich mit Messer

Pistole und Magazin liegen an einem Maßband

In der Pistole befand sich falsche Munition.

Der Angeklagte schlug daraufhin mit der Waffe auf den Kopf des Motorradfahrers ein und zog ihm seinen Pullover über das Gesicht. Der Angegriffene wehrte sich mit einem Messer, stach blindlings auf seinen Angreifer ein und verletzte ihn schwer. Die Staatsanwaltschaft wertet das als Notwehr, weil der Angeklagte den Motorradfahrer offenbar töten wollte.

Der Angriff kam nach Ansicht der Richter für den Motorradfahrer aus heiterem Himmel. Ein konkretes Motiv gab es für die Tat nicht. Drogen und Alkohol hatten zu dem plötzlichen Gewaltausbruch des Hageners beigetragen.

Entschuldigung des Angeklagten abgelehnt

Der 33-jährige Hagener entschuldigte sich während des Prozesses bei dem Motorradfahrer und bot ihm noch 5.000 Euro an. Der nahm die Entschuldigung und das Geld aber nicht an.

Stand: 11.02.2019, 13:57