Prozess um brutale Vergewaltigung in Bochum

Landgericht Bochum

Prozess um brutale Vergewaltigung in Bochum

  • Vorbestrafter Sexualstraftäter vor Gericht in Bochum
  • Vorwurf: Vergewaltigung auf Friedhof
  • Debatte um Versäumnisse der Polizei

Vor dem Landgericht Bochum hat am Donnerstag (17.05.2018) der Prozess um eine besonders brutale Vergewaltigung begonnen. Angeklagt ist ein 30 Jahre alter Mann, der bereits einschlägig vorbestraft ist. Im Februar soll er auf einem Friedhof eine Frau erst bewusstlos geschlagen und sich dann an ihr vergangen haben.

Polizei möglicherweise nachlässig

Der Mann hatte an einem Programm namens KURS teilgenommen, das besonders gefährliche Sexualstraftäter vor einem Rückfall bewahren soll. Die Polizei hätte ihn also regelmäßig Zuhause besuchen müssen, um sich einen Überblick über das soziale Umfeld des Mannes zu verschaffen.

Das ist offenbar aber nicht passiert. Dazu kam noch, dass die Bochumer Polizei den Fall zunächst nicht öffentlich gemacht hat. Sie berichtete erst, nachdem ein Zeitungsartikel dazu erschienen war.

Prozess um Vergewaltigung in Bochum: Diskussion um Rolle der Polizei

WDR 2 | 17.05.2018 | 02:32 Min.

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Innenminister spricht von Fehlern

Das seien zwei große Fehler, sagt auch NRW-Innenminster Herbert Reul. Im Prozess geht es aber ausschließlich um die brutale Vergewaltigung. Zum Auftakt schwieg der Angeklagte zunächst. Sein Anwalt kündigte allerdings ein Geständnis an.

Landesprogramm "Kurs" für rückfallgefährdete Straftäter

Das Landesprogramm mit dem Namen "Kurs" (Konzeption zum Umgang mit rückfallgefährdeten Sexualstraftätern) wurde 2010 vom damaligen NRW-Innenminister Ingo Wolf (FDP) eingeführt. Sobald rückfallgefährdete Straftäter aus dem Gefängnis kommen, werden unter anderem Polizei und Führungsaufsicht informiert.

Grundsätzlich, so sagt ein Sprecher des Landeskriminalamtes, funktioniere das "Kurs"-Programm gut. In den vergangenen acht Jahren habe es nur eine Rückfallquote von drei Prozent gegeben. Seit dem Start haben 3175 Personen teilgenommen, davon wurden 99 rückfällig, so das LKA.

Stand: 17.05.2018, 10:50