Ertrunkener Junge in Gelsenkirchen: Tante freigesprochen

Wasseroberfläche im Schwimmbad.

Ertrunkener Junge in Gelsenkirchen: Tante freigesprochen

Im Prozess gegen die Tante des ertrunkenen Ahmed in Gelsenkirchen hat sich das Amtsgericht am Mittwoch für einen Freispruch entschieden.

Nicht die Tante sei verantwortlich, sondern die Mutter, sagte der Richter. Die Staatsanwaltschaft ging anfangs davon aus, dass die Mutter des Jungen mit ihrer Schwester vereinbart hatte, sie solle auf den Jungen aufpassen. Das stellte sich im Prozess aber als falsch heraus.

Zweijähriger ist einsam ertrunken

Im Juni 2019 war der zwei Jahre alte Ahmed in einem Gelsenkirchener Schwimmbad ertrunken. Ganz still und einsam muss der Kleine untergegangen sein. Ein Mediziner sagte im Prozess, dass Kinder in diesem Alter nicht schreien oder um sich schlagen, sondern einfach lautlos ertrinken. Niemand hatte auf den Jungen aufgepasst, die Eltern waren ganz woanders.

Wandel während des Prozesses

Zunächst hieß es, dass die Tante die Aufsicht über den Jungen gehabt habe. Ihr wurde vorgeworfen in der Zeit mit dem Handy telefoniert und deswegen nicht mitbekommen zu haben, wie das Kind ertrank. Daher musste sich die Tante wegen fahrlässiger Tötung verantworten.

Anfangs übernahm die Tante auch die Verantwortung, denn die syrische Familie glaubte, dann werde es kein Verfahren vor Gericht geben. Erst im Prozess wurde klar: Die Angeklagte hatte keinerlei Aufsichtspflicht.

Ermittlungen gegen Mutter

Jetzt werden die Ermittlungen gegen die Mutter wieder aufgenommen.

Stand: 28.10.2020, 13:41