Der Angeklagte im Gerichtssaal im Gespräch mit seinem Verteidiger

Zwei Jahre und drei Monate Haft für Haus voller Waffen

Stand: 04.04.2022, 16:24 Uhr

Ein 69-Jähriger, in dessen Dortmunder Wohnung große Waffen- und Munitionsbestände entdeckt worden waren, ist zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und drei Monaten verurteilt worden.

Das Amtsgericht verurteilte den Rentner am Montag (04.04.) wegen Verstößen gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz, gegen das Waffenrecht und das Sprengstoffgesetz, sagte ein Sprecher. Der Angeklagte hatte die Vorwürfe am ersten Verhandlungstag Mitte März weitgehend eingeräumt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, eine Revision oder Berufung ist möglich.

Waffen und Munition aus dem zweiten Weltkrieg

Es war ein spektakulärer Fall im September 2020: Im Stadtteil Lütgendortmund hatte die Polizei zehn Tage lang ein Haus durchsucht und immer mehr Waffen und Sprengstoff gefunden. Gefunden hatten die Beamten unter anderem Sturmgewehre, Pistolen und hochexplosives TNT, das sofort in einem benachbarten Park gesprengt wurde. Außerdem tauchten Munition aus dem Zweiten Weltkrieg und eine Mine auf.

Am ersten Tag des Verfahrens hat der 69-Jährige den Besitz der Waffen zugegeben. Er sei aber nur ein Sammler und habe nichts anderes mit den Waffen vorgehabt, sagte er. Doch die Staatsanwaltschaft ging davon aus, dass er das riesige Waffenarsenal nicht alleine gehortet hat. Deswegen wurden weitere Zeugen geladen.

Keine Nähe zu Extremisten nachweisbar

Eine Nähe zu Extremisten konnte die Staatsanwaltschaft dem Angeklagten nicht nachweisen. "Da wird natürlich bei solchen Waffenfunden in jede Richtung ermittelt", sagt Staatsanwalt Jörg Schulte-Göbel. "Reichsbürgerschaft, Naziszene, aber da ist nichts gefunden worden."

Auch für eine Verkaufsabsicht haben die Ermittler keine Anhaltspunkte gefunden. Sie gehen davon aus, dass es sich bei dem Dortmunder wirklich um einen Sammler handelt.

Über dieses Thema haben wir am 04.04.22 in der Lokalzeit Dortmund im Radio und im TV berichtet.