Prozess um Schüsse auf Polizisten in Gevelsberg

Polizist in Gevelsberg schwer verletzt

Prozess um Schüsse auf Polizisten in Gevelsberg

Von Jan Schulte

Am Hagener Landgericht hat am Mittwoch der Prozess gegen Vitalij K. begonnen. Der 37-Jährige soll im Mai 2020 bei einer Verkehrskontrolle auf zwei Polizeibeamte geschossen haben.

Als die Justizwachen dem Angeklagten die Tür zum Sitzungssaal öffnen, geht ein leises Raunen unter den Medienvertreten durch den Raum. Vitalij K., der schon vor den ihm vorgeworfenen Taten wegen Drogendelikten per Haftbefehl gesucht wurde, humpelt mit Krücken zur Anklagebank, neben ihm nimmt sein Verteidiger Andreas Trode aus Iserlohn Platz.

Angeklagter Vitalij K. schweigt zunächst

Kleinlaut bestätigt Vitalij K. die Angaben zu seiner Person, die Richterin Heike Hartmann-Garschagen abfragt. Zu der langen Liste an Vorwürfen, die Staatsanwalt Nils Warmbold später vorträgt, wollen sich der Angeklagte und die Verteidigung am ersten Prozesstag noch nicht äußern.

Der Angeklagte betritt mit Krücken den Gerichtssaal

K. soll am 05. Mai 2020 auf die beiden Polizeibeamten in Gevelsberg geschossen haben, nachdem eine bis dahin harmlose Verkehrskontrolle ergeben hatte, dass der Mann per Haftbefehl gesucht wurde. Nur mit viel Glück verhinderte eine schusssichere Weste, dass einer der beiden Polizisten ernsthafte Folgeschäden davon trug.

Nach einer spektakulären Flucht vom Tatort war es einem SEK-Schützen schließlich gelungen, den Verdächtigen auf einem in der Nähe gelegenen Hinterhof mit einem gezielten Schuss in den Oberschenkel niederzustrecken. "Die Schäden durch den Schuss wird er für den Rest seines Lebens spüren", sagt Verteidiger Andreas Trode.

Polizisten sollen am Freitag aussagen

Der Ennepetaler, der zur Tatzeit wohl unter Drogeneinfluss stand und auch mit Betäubungsmitteln gedealt haben soll, ist derzeit in einer Klinik des Maßregelvollzugs in Ostwestfalen untergebracht.

Gerichtssprecher Bernhard Kuchler: "Für die schwerste der ihm vorgeworfenen Taten, versuchter Mord, droht dem Angeklagten eine Freiheitsstrafe von bis zu 15 Jahren.“ Am kommenden Freitag (15.01.2021) sollen die beiden Polizisten aussagen.

Stand: 13.01.2021, 17:09