Schüsse auf Polizisten: Viereinhalb Jahre Haft

Landgericht Essen

Schüsse auf Polizisten: Viereinhalb Jahre Haft

  • Angeklagter aus Gladbeck legt Geständnis ab
  • Schüsse auf SEK-Beamten seien "Versehen" gewesen
  • Mann wird zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt

Ein neunfacher Familienvater aus Gladbeck ist am Donnerstag (02.04.2020) wegen versuchten Totschlags zu vier Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt worden. Der Mann hatte am Mittwoch vor Gericht zugegeben, im Dezember 2019 sechs Schüsse auf SEK-Beamte aus seiner Wohnung heraus abgegeben zu haben. Ein Polizist wurde dabei leicht verletzt.

Angeklagter habe sich schützen wollen

"Er hat überreagiert", sagte sein Verteidiger. Der Angeklagte habe im ersten Moment gedacht, dass er überfallen werde, als die Beamten seine Wohnung stürmten. Im Vorfeld der Tat soll der Mann mit dem Tode bedroht worden sein. Beteiligt daran waren offenbar zwei Familien aus den Niederlanden und Berlin. Er habe sich eine Schusswaffe besorgt, um sich und seine Familie zu schützen, so der Angeklagte.

Die Polizei hatte die Situation des Gladbeckers damals so ernst genommen, dass sie tagelang einmal pro Stunde mit einem Streifenwagen am Haus des 51-Jährigen vorbeifuhr.

Magazin der Waffe leergefeuert

Am Tattag war das SEK ausgerückt, weil es von Seiten des staatenlosen Angeklagten ebenfalls Todesdrohungen gegeben haben soll. Ziel war die Durchsuchung seiner Wohnung nach Waffen. Laut Anklage habe der 51-Jährige sofort geschossen, nachdem seine Wohnungstür und eine Fensterscheibe eingeschlagen worden waren. Erst als das Magazin seiner Waffe leer gewesen sei, habe sich der Angeklagte ergeben.

Zum Prozessauftakt erklärte sich der 51-Jährige bereit, 2.500 Euro Schmerzensgeld zu zahlen. Er hatte gegenüber dem verletzten Polizisten eine Entschuldigung ausgesprochen.

Stand: 02.04.2020, 15:27

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