Raffinerieabfälle in Schermbeck: Prozess gegen Betriebsleiter

Kleine, schwarze Ölpellets in einem Glas

Raffinerieabfälle in Schermbeck: Prozess gegen Betriebsleiter

  • Weiterer Prozess um Müllskandal von Schermbeck
  • Bochumer Betriebsleiter vor Gericht
  • Vorwurf: Ölpellets falsch deklariert und illegal entsorgt

Am Dienstag (13.08.2019) hat vor dem Landgericht Bochum ein weiterer Prozess um die illegale Entsorgung von Raffinerieabfällen in Schermbeck begonnen. Angeklagt ist ein früherer Betriebsleiter eines Bochumer Recyclingunternehmens. Er soll daran beteiligt gewesen sein, die giftigen Abfälle zu verschleiern.

Auf dem Recyclinghof in Bochum wurden nämlich Ölpellets gefunden, die so mit Sand vermischt wurden, dass sie nicht mehr zu erkennen waren. Sie sollen anschließend falsch deklariert worden sein, um auf die Deponie in Schermbeck gekippt werden zu können.

Schermbecker Müllskandal spitzt sich zu

WDR 2 05.02.2019 Verfügbar bis 21.06.2023 WDR 2

Skandal beschäftigt Justiz seit Jahren

Eine Firma stellt ihre Tongrube in Schermbeck bei Hünxe am Niederrhein für die Entsorgung bestimmter Abfälle zur Verfügung. Für mineralische Abfälle wie Schlacke und Asche gibt es offizielle Genehmigungen. Von Ölpellets habe die Firma nichts gewusst. Sie gilt in den Prozessen als Geschädigte.

Von 2010 bis 2013 wurden dort von einer Entsorgungsfirma 29.000 Tonnen Ölpellets abgeladen, die große Anteile an gefährlichen, krebserzeugenden Schwermetallen enthalten. Ein Abfall-Makler war deswegen bereits im Oktober 2018 zu einer Freiheitsstrafe verurteilt worden.

Stand: 13.08.2019, 09:28