Prozess um Geldautomatensprengung in Hagen

Chemikalien-Kanister stehen in geöffnetem Kofferraum

Prozess um Geldautomatensprengung in Hagen

Es klingt wie eine Szene aus einem Actionfilm: Ein 62jähriger Zeuge rammt im April 2020 mit seinem Wagen das Fluchtfahrzeug von Bankautomaten-Sprengern. Jetzt beginnt der Prozess.

Angeklagt ist ein 35jähriger Niederländer. Er hat zugegeben, dass er das Fluchtauto fuhr. Die Staatsanwaltschaft sieht einen Zusammenhang mit der sogenannten Audi-Bande, die im Grenzgebiet zwischen Deutschland und den Niederlanden für solche Automatensprengungen bekannt ist. Mit den beiden anderen Tätern will der Angeklagte sonst nichts zu tun gehabt haben. Ihm drohen bis zu 15 Jahre Haft.

Aufmerksamer Zeuge greift ein

Als zwei der Räuber Geldkassetten in das Fluchtauto einladen, rammt ein 62jähriger Zeuge mit seinem Wagen das wartende Fluchtauto. Daraufhin gibt dessen Fahrer Gas und flüchtet Richtung A1. Seine Komplizen läßt er zurück. Sie entkommen zu Fuß. Die Hagener Polizei nimmt die Verfolgung des Fluchtautos auf.

Beute sichergestellt, Haupttäter flüchtig

Am Autobahnkreuz Wuppertal-Nord kommt es dann zu einem Zusammenstoß zwischen einem Streifenwagen der Polizei und dem Fluchtauto. Die Polizisten nehmen den 34-jährigen Fahrer fest. Im Fluchtauto finden sie mehrere Geldkassetten und Kanister mit Chemikalien. In den Geldkassetten aus dem Fluchtauto finden die Polizisten 370.000 Euro Bargeld. Die beiden anderen Täter können fliehen und sind bis heute unerkannt.

Dank des Zeugen keine Beute

Zwar rät die Polizei von solchen Aktionen dringend ab, aber der mutige Zeuge hat mit seiner Auto-Attacke dazu beigetragen, dass die Täter ohne Beute blieben.

Stand: 02.10.2020, 16:57