Fotograf aus Gelsenkirchen soll Schulen bestochen haben

Ein Fotograf hält eine Spiegelreflexkamera in seinen Händen.

Fotograf aus Gelsenkirchen soll Schulen bestochen haben

  • Angeklagte sollen Lehrern Sachspenden angeboten haben
  • Staatsanwaltschaft wertet diese Spenden als Bestechung
  • Verfahren gegen Lehrer wegen Geringfügigkeit eingestellt

Am Bochumer Landgericht geht es seit Donnerstag (20.02.2020) um eine Fotoagentur aus Gelsenkirchen, die bundesweit Schulleiter bestochen haben soll, um sich Aufträge zu sichern. Die Staatsanwaltschaft geht nicht davon aus, dass sich die Lehrer persönlich bereichert haben.

Die Angeklagten sollen ihnen Sachspenden für die Schule und Geld für den Förderverein angeboten haben. Auf diese Weise sollen sie Hunderte von Lehrern dazu bewogen haben, ihnen das Schultor zu öffnen. Und das über Jahre. Denn Schulfotografie ist ein umkämpfter Markt, auf dem die Firma der Angeklagten zu den Großen zählt.

Verfahren gegen Lehrer eingestellt

Der Verteidiger des Firmenchefs verweist darauf, dass niemandem ein Schaden entstanden sei. Wenn stark gebeutelte Schulen Laptops oder finanzielle Zuwendungen bekämen, komme das letztlich den Schülern und der Schulgemeinschaft zugute.

Die Staatsanwaltschaft wertet solche Spenden im Zusammenhang mit geschäftlich Aufträgen aber eindeutig als Bestechung. Sie ermittelt wegen Bestechlichkeit auch gegen zahlreiche Lehrer. Soweit die Verfahren bereits abgeschlossen sind, wurden sie aber alle wegen Geringfügigkeit eingestellt.

Prozess endet erst im April

Die Angeklagten haben sich selbst zum Prozessauftakt vor der 6. Strafkammer des Bochumer Landgerichts noch nicht zu den Bestechungs-Vorwürfen geäußert. Am ersten Verhandlungstag war nur die Anklageschrift verlesen worden. Insgesamt haben die Richter für den Prozess noch sieben Verhandlungstage bis zum 20. April angesetzt.

Neue Regeln für Schulfotos

KiRaKa Thema des Tages 27.08.2019 02:28 Min. Verfügbar bis 26.08.2020 KiRaKa Von Christina Pannhausen

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Stand: 20.02.2020, 16:32