Urteil: Keine Haft für Essener Bahnsteigschubser

Hauptbahnhof in Essen

Urteil: Keine Haft für Essener Bahnsteigschubser

  • Angeklagter hat Fahrgast auf Bahngleise gestoßen
  • Mehrere unerklärliche Gewaltausbrüche
  • Urteil: Bewährungsstrafe und Psychiatrie

"Ich stech euch ab", hat der Angeklagte im Juni 2018 am Essener Hauptbahnhof gerufen. Dann hat der 26-jährige Velberter einen wartenden Fahrgast im Vorbeigehen aufs Gleis gestoßen. Der Täter muss nicht in Haft, bekommt aber eine Bewährungsstrafe und muss stationär in die Psychiatrie, urteilte das Essener Landgericht am Donnerstag (27.02.2020).

Der Mann, der ins Gleis gestossen wurde, blieb unverletzt. Glücklicherweise war kein Zug gekommen und der 66-Jährige konnte unbeschadet aus dem Gleisbett klettern. Er kam mit einem Schock davon.

Unerklärliche Gewaltausbrüche

Es war nicht der erste unerklärliche Gewaltausbruch des psychisch auffälligen Täters. Er selber konnte sich seine Tat nicht erklären und zeigte sich einsichtig, dass er psychische Behandlung braucht. Außerdem sei in den letzten eineinhalb Jahren seit der Tat auch nichts Gravierendes mehr passiert.

Deshalb verurteilte das Essener Landgericht den 26-Jährigen zu einer Bewährungsstrafe mit der Auflage, dass er sich selbständig um einen stationären Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik kümmert. Das werde auch überprüft.

Stand: 27.02.2020, 17:00

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