Proteste vor RWE-Hauptversammlung in Essen

Demonstration gegen RWE mit Kohlestücken auf Platz in Essen

Proteste vor RWE-Hauptversammlung in Essen

Von Olaf Biernat

  • Zahlreiche Aktivisten haben vor RWE-Zentrale protestiert
  • Riesen-Transparent wurde entrollt
  • Energiekonzern hielt Hauptversammlung virtuell ab

Normalerweise lädt der Essener Energiekonzern RWE seine Aktionäre zur Hauptversammlung in die Grugahalle ein. Dann gibt es vor der Halle schon fast traditionell lautstarke Proteste. In Corona-Zeiten findet die Versammlung virtuell statt – Proteste gab es aber trotzdem auf der Straße.

Mehrere Klimabündnisse protestieren

Greenpeace hat ein Banner an der Essener RWE-Zentrale entrollt. Darauf steht "Keine Steuermilliarden für Klimakiller". Die Gruppe "Artists for Future" präsentierte eine Performance mit Baggerschaufeln und will damit an die Rodung des Hambacher Forsts erinnern. Etwa 50 Menschen haben daran teilgeonmmen. An den Protesten sind auch die Gruppierungen "Ende Gelände" sowie der "Dachverband der Kritischen Aktionäre" beteiligt.

Großer Schriftzug wird ausgelegt

In der Essener Innenstadt ging es dann am Vormittag mit den Protesten von "Fridays for Future" weiter. Ein 300 Quadratmeter großer Schriftzug wurde auf dem Kennedyplatz ausgelegt, darauf zu sehen der Slogan: Zukunftsverweigerer. "Damit wollen wir demonstrieren, dass RWE sich zukunftsweisenden Technologien verweigert", sagt Organisator Timo Förster.

Greenpeace hängt ein Banner an RWE Zantrale darauf steht "Keine Steuermilliarden für Klimakiller"

Vor allem der Braunkohletagebau und die Rodung des Hambacher Forstes sind den Aktivisten ein Dorn im Auge. Auch am Tagebau Garzweiler zeigt unter anderem "Fridays For Future" gegen die Tagebaue und das Kohlegesetz Flagge.

RWE weist Kritik zurück

Der Konzern wehrt sich gegen die Kritik: "Die Protestaktionen sind für uns nicht nachvollziehbar", so ein Sprecher. RWE stehe nicht nur zu den nationalen und internationalen Klimaschutzzielen. RWE habe seit 2012 ihren CO2-Ausstoß um mehr als 50 Prozent reduziert, hieß es.

RWE-Hauptversammlung nur im Internet

Am Vormittag hat RWE auch seine Hauptversammlung abgehalten. Sie wurde per Live-Stream im Internet übertragen. RWE verweist auf eine erfolgreich eingeleitete Energiewende. Hintergrund ist ein Deal mit dem Konkurrenten Eon.

Dieser übernahm bereits im September die RWE-Tochter Innogy, aber nur mit den Sparten Vertrieb und Netz, RWE erhielt die erneuerbaren Energien von Innogy und auch die, die bislang Eon betrieben hat. Bis Ende 2040 will der Konzern klimaneutral arbeiten.

Bye-Bye Braunkohle - Warum gibt es Streit um den Kohleausstieg? neuneinhalb 29.03.2020 09:20 Min. UT Verfügbar bis 29.03.2025 KiKa

Stand: 26.06.2020, 17:39