Proteste gegen "Thor Steinar"-Laden in Dortmund

Demonstraten halten ein Plakat hoch mit der Aufschrift "Destroy Thor Steinar - no nazis"

Proteste gegen "Thor Steinar"-Laden in Dortmund

  • Proteste gegen Geschäftseröffnung
  • Marke ist bei Rechtsradikalen beliebt
  • Stadt Dortmund verbietet Nutzung des Stadtwappens

Am Montagnachmittag (02.09.2019) haben in der Dortmunder Innenstadt etwa 200 Menschen gegen die Eröffnung eines Geschäfts der Textilmarke "Thor Steinar" protestiert. Eröffnet wurde der Laden mit dem Namen "Tønsberg" bereits im August. Das Modelabel "Thor Steinar" erfreut sich bei vielen Rechtsradikalen großer Beliebtheit. Die Kleidungsstücke gelten untereinander als Erkennungszeichen.

In einigen Fußballstadien, wie auch im Dortmunder, ist deshalb das Tragen solcher Kleidungsstücke verboten. Zum Protest gegen das Kleidungsgeschäft hat das antifaschistische Dortmunder Bündnis, kurz BlockaDo, aufgerufen.

Einziges Geschäft dieser Marke im Westen

Der Dortmunder Laden ist ein weiterer Versuch des Modelabels, in Westdeutschland Fuß zu fassen. Eröffnungen beispielsweise in Essen waren mit zahlreichen Protesten verbunden. Allerdings konnte der lang laufende Mietvertrag nicht einfach gekündigt werden.

Essener Laden geschlossen

Das Essener Geschäft gab es neun Jahre lang. Räumungsklagen des Vermieters waren vergeblich. Erst im März dieses Jahres lief der Mietvertrag aus. Viele Jahre galt der "Thor Steinar"-Laden in Essen als erste Adresse für Neonazis aus NRW. Weitere Läden gibt es unter anderem in Schwerin, Berlin, Magdeburg, Dresden und Chemnitz.

Stadt Dortmund untersagt Nutzung des Stadtwappens

Bei der jetzigen Eröffnung wirbt das Modelabel "Thor Steinar" mit dem Dortmunder Wahrzeichen Florianturm. Jüngst ist auf der Internetseite noch mit dem Stadtwappen geworben worden. Die Stadt Dortmund hat sich mittlerweile für die zahlreichen eingegangenen Hinweise bedankt, zuständige Ämter seien eingeschaltet worden. Die Nutzung des Stadtwappen wurde untersagt. Die Stadt begründet das in den sozialen Netzwerken so: "Dortmund ist eine tolerante, vielfältige und weltoffene Stadt." Und versieht die Aussage mit den Hashtags #dortbunt sowie #nonazisdo.

Stand: 02.09.2019, 18:49