Essener demonstrieren gegen Krankenhausschließung

Ein Krankenbett wird geschoben

Essener demonstrieren gegen Krankenhausschließung

Bürger in den nördlichen Stadtteilen in Essen haben am Nachmittag erneut gegen die Schließung eines Krankenhauses demonstriert. Sie befürchten eine massive Unterversorgung.

Viele Menschen im Essener Norden sind entsetzt über die Pläne des Betreibers, eine weitere Klinik in der Stadt zu schließen. Erst Ende September wurde ein Krankenhaus in Altenessen geschlossen. Jetzt geht es um das Vincenz-Krankenhaus im Stadtteil Stoppenberg. Betreiber Contilia will es zum Ende des Jahres schließen.

Anwohner sorgen sich: Coronavirus verschärfe die Situation

Bürger in den betroffenen Stadtteilen machen sich Sorgen. Schließlich sei auch die Zahl der Covid-19-Patienten unverändert hoch. Die Krankenhäuser würden wegen immer knapperer Ressourcen planbare Operationen verschieben. Auch würden die Intensivbetten im ganzen Stadtgebiet knapper.

Gerade in der jetzigen Situation sieht Anwohnerin Jutta Markowski die Pläne kritisch: "Man kann es ja zusammenfassen: Man stelle sich vor, es ist Pandemie und deine Krankenhäuser werden geschlossen." Contilia möchte sich im Essener Norden nur noch auf eine Klinik im Stadtteil Borbeck konzentrieren.

Hintergrund für die Schließung sei eine Studie

Jutta Markowski und andere Anwohner versuchen gerade, ein Bürgerbegehren gegen die Klinikschließung zu organisieren. Dazu wollen sie die Stadt Essen für die medizinische Versorgung in den betroffenen Stadtteilen in die Pflicht nehmen.

Schon Anfang Juli hatten Anwohner gegen die Schließungen demonstriert. Hintergrund der Pläne sind die Ergebnisse einer Studie, nach der es in Essen mehr Krankenhäuser gibt als nötig.

Stand: 03.12.2020, 19:43