Neuer Raum für lesbische Frauen in Bochum

"Form Up" - Neues Angebot für lesbische Frauen in Bochum

Neuer Raum für lesbische Frauen in Bochum

Von Ann-Kristin Pott

  • Nur wenige Angebote für homosexuelle Frauen in NRW
  • Zielgruppe: lesbische Frauen zwischen 20 und 35 Jahren
  • Raum für Freizeitaktivitäten und Diskussionen

Ein Ort, um unter sich zu sein, um über Themen zu sprechen, die nur lesbische Frauen betreffen - einen solchen Raum hat Christina Thomas mit "Form Up" in Bochum geschaffen. In den Räumen des Beratungszentrums "Rosa Strippe" können sich seit gut einem Monat lesbische Frauen zwischen 20 und 35 Jahren treffen.

Bochumer Projekt "Form Up"

"Die Idee ist, eine Gruppe für lesbische Frauen zu schaffen, die den Beteiligten einen Raum gibt, sich kennenzulernen, zu vernetzen und Freizeitaktivitäten zu planen", erklärt Christina Thomas. Das Projekt ist ausschließlich für lesbische Frauen gedacht, weil dort auch spezifische Themen besprochen werden sollen.

Christian Thomas hat das neue Projekt "Form Up" für lesbische Frauen ins Leben gerufen

Christina Thomas hat das Projekt "Form Up" ins Leben gerufen

"Es soll um politische Aspekte und Projekte gehen, aber auch um Diskriminierungserfahrungen, Lebenssituationen, die privat sein können und mit Beziehungen zu tun haben". Thomas betont, dass sich "Form up" nicht gegen andere Gruppen richten soll.

Zu wenige Treffpunkte

Ein Beweggrund für die Initiatorin des Projekts war, dass es ihrer Meinung nach nur wenige Angebote für lesbische Frauen in dieser Altersgruppe in NRW gibt. Jugendzentren richteten sich an eine jüngere Zielgruppe. Abgesehen davon gebe es vor allem Treffen für lesbische Frauen ab 50 Jahren. Zwar gebe es ab und an Partys für lesbische Frauen, aber eine feste Gruppe, mit festem Standort findet man laut Christina Thomas nicht.

Auch die queer-feministischen Referate an den Universitäten richten sich an weibliche Studierende. Sie setzen sich für Akzeptanz und gesellschaftliche Gleichstellung ein und unterstützen homosexuelle, bisexuelle und transexuelle Studentinnen. Christina Thomas war bei den Treffen aber oft die einzige lesbische Frau.

Generationenwechsel in der Community

Dass es wenige Angebote für lesbische Frauen gibt, bestätigt auch die Landesarbeitsgemeinschaft für kommunale Frauenbüros und Gleichstellungsstellen. Zwar habe es in den 1960er und 70er Jahren in der lesbischen Community mit Frauenbuchläden, Frauencafés und -partys einen Umschwung gegeben. Doch diese Veranstaltungen seien eingeschlafen.

Zwei Regenbogenfahnen flattern im Wind.

Die Regenbogenfahne, Zeichen der Toleranz

Es habe auch ein Generationenwandel stattgefunden: Die heute 20 bis 35-Jährigen verstehen sich vielmehr als Zusammenschluss aus LGBTIQ. Trotzdem gibt es insgesamt mehr Angebote für schwule Männer als für lesbische Frauen. Darauf reagiert nun "Form Up".

Stand: 06.07.2019, 06:00

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