Duisburger Kantpark: Immer noch Problemzone?

Duisburger Kantpark: Immer noch Problemzone?

  • Große Drogenszene im Kantpark
  • Park-Umbau für 2,3 Millionen
  • Was hat sich wirklich verändert?

Festnahmen der Polizei, Drogenkonsum am hellichten Tag: Das war der Alltag im Duisburger Kantpark vor dem großen Umbau. Über zwei Jahre wurde der Park für 2,3 Millionen Euro umgestaltet und modernisiert, feierte im Mai große Wiedereröffnung.

"Situation unverändert"

Doch wie sieht es dort aktuell aus? Noch immer gibt es dort Drogen und Müll trotz täglicher Reinigung. Es riecht an vielen Stellen nach Urin, Dealer und Junkies gehen ungehindert ihren Geschäften nach.

"Die Situation im Kantpark ist unverändert. Wir gehen dort ganz konsequent den möglichen Straftaten nach, meine Kollegen von der Citywache sind täglich dort und gucken nach dem Rechten", sagt Stefanie Bersin von der Duisburger Polizei. "Wir machen auch immer wieder größere Kontrolleinsätze - allein vier im vergangenen Jahr - um zu gucken, wie die Drogenszene sich dort bewegt und ob wir Straftaten feststellen können."

Auch positive Entwicklung

Duisburger Kantpark: Immer noch Problemzone?

Der neue Spielplatz kommt bei Eltern und Kindern gut an.

Doch der neue Park kommt auch positiv an, vor allem Eltern und Kinder gehen gerne dorthin. "Ich finde, der Park ist sauberer geworden, der Spielplatz ist natürlich neu. Ich hoffe, da wird dieses Mal drauf geachtet", sagt eine Mutter. "Es ist viel heller, man kann weiter durchschauen, vorher war das alles sehr zugewachsen. Man kann mehr atmen, habe ich das Gefühl", schildert ein Vater seine Eindrücke.

Duisburger packen mit an

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Auch so kann der Kantpark aussehen: Eine kleine Gartenidylle

Das Engagement der Duisburger ist groß. Eine Bürgerinitiative hat einen eigenen Garten im Park angelegt. Dort haben die Junkies vorher ihre Drogen vergraben. Claudia Schaefer von der Kunsthalle hat schon alles gesehen, sogar einen Toten vor ihrem Fenster.

Auch sie findet, dass sich etwas getan hat, wohl fühlt sie sich abends aber immer noch nicht. Sie habe ein sehr mulmiges Gefühl, durch den Park zu laufen: "Überall stehen Grüppchen, man traut sich kaum vorbei. Es sollte ja auch ein bisschen beleuchtet werden - das ist auch noch nicht geschehen." Trotzdem ist sie zuversichtlich: "Vielleicht wird es ja noch besser."

Hilfsangebot für Abhängige

Die Stadt sieht sich auf einem guten Weg, das Problem Kantpark in den Griff zu bekommen. Inzwischen gibt es zwei Anlaufstellen für die Drogenabhängigen im Park. Zusammen mit der Aidshilfe will man Kontakte aufnehmen. Doch trotz allem: Dass die Szene komplett verschwindet, ist im Moment wohl noch Wunschdenken.

Stand: 10.09.2019, 09:36

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