Quarantäne zweier Mehrfamilienhäuser in Hagen aufgehoben

Zwei Mehrfamilienhäuser mit einem Polizeiauto im Vordergrund

Quarantäne zweier Mehrfamilienhäuser in Hagen aufgehoben

  • Quarantäne aufgehoben
  • Erneute Test verliefen negativ
  • Zwei Bewohner widersetzten sich
  • Kontaktverbot nicht eingehalten

+++Update, 24.04.2020: Das Gesundheitsamt Hagen hat am Freitag (24.04.2020) die Quarantäne zweier Mehrfamilienhäuser in Wehringhausen wieder aufgehoben. Nach Angaben der Stadt fielen die erneuten Corona-Untersuchungen der ursprünglich positiv getesteten Bewohner jetzt negativ aus. Unterdessen ermittelt die Polizei noch gegen zwei unbekannte Bewohner, die angeblich in dieser Woche trotz Quarantäne aus den Häusern geflüchtet waren.+++

Zur Vorgeschichte:

Zwei Männer waren am Montagnachmittag (20.04.2020) aus einem von zwei unter Quarantäne stehenden Häusern in Hagen-Wehringhausen geflohen. Sie sprangen aus einem Fenster im ersten Stock auf ein Vordach, stiegen eine Leiter hinunter und flüchteten über die angrenzenden Bahngleise in Richtung Innenstadt. Das ganze an der Rückseite des Hauses, die offenbar vom Ordnungsamt nicht einsehbar ist. Die Polizei leitete eine Fahndung ein, bisher ohne Erfolg.

Ob Coronavirus-Test positiv bei Flüchtigen ist unklar

Ob die beiden Männer positiv auf den Coronavirus getestet worden sind, ist noch unklar. Die Stadt hat zwar am Montag von allen 60 Bewohnern Abstriche genommen, aber die Ergebnisse liegen noch nicht vor. Das Test-Ergebnis kann sich auf die Strafe auswirken, die den beiden Flüchtigen droht. Ein Bußgeld oder bis zu zwei Jahre Haft sind es wegen des Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz. Sollten sie aber infiziert sein und nachweislich jemanden anstecken, drohen sogar bis zu fünf Jahre Haft.

Ordnungsamt und Polizei überwachen Quarantäne

Das Gesundheitsamt der Stadt Hagen hat am Samstag (19.04.2020) für die überwiegend rumänischen Bewohner von zwei Mehrfamilienhäusern im Stadtteil Wehringhausen Quarantäne angeordnet. Coronavirus-Tests bei drei Bewohnern waren zuvor positiv ausgefallen. Sie hatten sich aber nicht an das Kontaktverbot gehalten und sich frei in der Umgebung bewegt.

Angst vor Jobverlust

Die drei Rumänen dürfen nämlich nur in Deutschland sein, wenn sie auch arbeiten. Die Männer hatten Sorge, ihren Job zu verlieren, wenn sie nicht zur Arbeit gehen und dann eventuell in ihre Heimatländer zurück müssen. Wegen mangelnder Sprachkenntnisse hatten sie zunächst offenbar nicht verstanden, warum sie nicht raus sollen.

Quarantäne bis 1. Mai

Am Montag (20.04.2020) wurden laut Stadt auch alle anderen Bewohner getestet. Die Ergebnisse werden in den kommenden Tagen vorliegen.

Die nächsten zehn Tage müssen aber alle Bewohner in den Häusern bleiben. Es darf auch niemand rein. Ein Quartiersmanager aus einem örtlichen Sozialprojekt will für die Menschen Lebensmittel besorgen. Die Quarantäne gilt bis zum 1. Mai.

Infizierte Bewohner hatten mit allen anderen Kontakt

Die Polizei kontrolliert und überwacht gemeinsam mit dem Ordnungsamt die Einhaltung rund um die Uhr. Die Stadt geht davon aus, dass sich die infizierten Personen zuvor auch in den Häusern frei bewegt haben und mit allen rund 60 Bewohnern Kontakt hatten.

Es sei das erste Mal, dass in Hagen die Quarantäne ganzer Häuser auf diese Weise kontrolliert werden müsse, sagte die Stadt.

Stand: 22.04.2020, 11:04