Problemhäuser: Stadt Dortmund wünscht sich generelles Vorkaufsrecht

Nordstadt: Kampf gegen Schrottimmobilien Lokalzeit aus Dortmund 13.11.2019 03:18 Min. Verfügbar bis 13.11.2020 WDR Von Till Krause

Problemhäuser: Stadt Dortmund wünscht sich generelles Vorkaufsrecht

Von Till Krause

  • Über 70 Problemhäuser in Nordstadt
  • Stadt wünscht sich Gesetzesänderungen
  • Kritik und Zustimmung von Vermietern

Die Stadt Dortmund wünscht sich bei Problemhäusern mehr Unterstützung vom Gesetzgeber. Das sagte Susanne Linnebach, Leiterin des Amtes für Stadterneuerung, im Interview mit dem WDR am Donnerstag (07.11.2019).

Großes Problem im Norden

Gerade in der Dortmunder Nordstadt ist das Problem groß. Dort ist die Zahl der Problemhäuser in den vergangenen Jahren zwar zurückgegangen, trotzdem gibt es hier immer noch mehr als 70. Von gesetzlichen Änderungen erhofft sich die Stadt mehr Handlungsspielräume.

"Aktuell ist es so, dass wir Schwierigkeiten haben, Immobilien auch aufzukaufen. Hier würden wir uns wünschen, dass es generell ein Vorkaufsrecht gibt. Das würde die Kommune in die Lage versetzen, auch die Immobilien direkt zu kaufen und so auch entscheiden zu können, was damit passiert", sagte Linnebach.

Illegale Mieter als Problem

Auch Privatvermieter Christian Schmitt wünscht sich gesetzliche Änderungen. Er wohnt selbst in der Nordstadt und vermietet hier rund 300 Wohnungen. Ein großes Problem seien zum Beispiel Menschen, die illegal in Wohnungen lebten.  

"Polizei und Ordnungskräfte haben das Problem, dass sie keine klare Gesetzeslage haben. Personen, die sich illegal Zutritt zu den Wohnungen verschaffen und diese missbräuchlich benutzen, können nicht aus der Immobilie verwiesen werden", so Schmitt.

Kritik: Stadt tut zu wenig

Marita Hetmeier wohnt und vermietet ebenfalls Wohnungen in der Nordstadt. Sie findet, dass die Stadt zu wenig tut. Hetmeier wünscht sich einen konsequenteren Umgang mit dem Problem:

Die Probleme werden sehr lange erst mal kleingeredet und dann auf die lange Bank geschoben, indem man sich also erst mal über Zuständigkeiten unterhält. Ich erwarte von einer Kommune, dass sie solche Probleme angeht und versucht, Lösungen zu finden und zwar nicht in Fristen von zehn Jahren."

Verstärkter Einsatz gegen Problemhäuser

Susanne Linnebach ist zufrieden mit der bisherigen Arbeit. In Zukunft wolle die Stadt die gesetzlichen Möglichkeiten noch stärker ausschöpfen. Zum Beispiel könne man Eigentümer von Problemhäusern zu Modernisierungen zwingen.  

Stand: 13.11.2019, 19:00

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