Prevent TWB: Gutachter soll wirtschaftliche Situation prüfen

Anmelde-Gebäude des Automobilzulieferers TWB in Hagen

Prevent TWB: Gutachter soll wirtschaftliche Situation prüfen

  • Angebotene Transfergesellschaft stößt auf wenig Zustimmung
  • Neutrale Einigungsstelle hat keine Entscheidung gefällt
  • Erste Mitarbeiter klagen am Arbeitsgericht

Die Situation beim Autozulieferer Prevent TWB in Hagen spitzt sich zu. Der Betriebsrat wird dem ausgehandelten Sozialplan nicht zustimmen, da große Teile der Belegschaft die angebotene Transfergesellschaft ablehnen. Sie fordern stattdessen Abfindungen. Am Mittwoch (06.02.2019) hat sich die neutrale Einigungsstelle erneut getroffen, aber keine Entscheidung gefällt. Jetzt soll ein Gutachter die wirtschaftliche Situation des Unternehmens prüfen.

Nächstes Krisentreffen in vier Wochen

Der Vorsitzende der Einigungsstelle will wissen, ob es TWB finanziell wirklich so schlecht geht, dass kein Geld für Abfindungen da ist. Der Betriebrat glaubt, dass das Unternehmen sich durch Tricks "arm" rechne. In vier Wochen soll das nächste Krisentreffen stattfinden. Bis dahin bleibt offen, ob es doch einen Sozialplan mit Transfergesellschaft gibt oder es bei den 280 Kündigungen bleibt, weil Hauptkunde VW alle Verträge in Hagen gekündigt hat.

Und die Zeit drängt. Am 1. April sollen 280 TWB-Mitarbeiter in eine Transfergesellschaft wechseln. Abfindungen und Ersatzarbeitsplätze sind nicht vorgesehen. Die übrigen 160 Mitarbeiter haben eine Job-Garantie – aber nur bis zum Jahresende. Und an die Garantie müsste sich TWB nicht halten, wenn es keinen Sozialplan gibt.

20 Mitarbeiter haben beim Arbeitsgericht Klage eingereicht

Die ersten 20 Mitarbeiter haben mit Unterstützung der Gewerkschaft IG Metall schon Klage gegen ihre Kündigung eingereicht. Sie hoffen dadurch auf eine Abfindung.

Stand: 06.02.2019, 06:30

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