Mit Kuscheltieren für Pop-Up-Radwege in Dortmund

Stofftiere auf der Straße markieren den Radweg

Mit Kuscheltieren für Pop-Up-Radwege in Dortmund

Von Lars Faulenbach

  • Viele Städte haben in der Corona-Krise Pop-Up-Radwege eingerichtet
  • Aktivisten und Umweltverbände fordern das auch für Dortmund
  • Stadt lehnt temporäre Radwege ab

Mit Kuscheltieren und Blumentöpfen haben Fahrradaktivisten am Montag (15.06.2020) hinter dem Hauptbahnhof in Dortmund einen sogenannten Pop-Up-Radweg eingerichtet. Während ihrer Demonstration trennten die rund 70 Teilnehmer so für eine Stunde eine Fahrspur von der Grünen Straße ab und sperrten sie für Autos. Mit der Aktion wollen sie für mehr Radwege in der Stadt demonstrieren.

Viele Städte richten Pop-Up-Radwege ein

Neu eingezeichnete Fahrradspur

Pop-Up-Radweg in Düsseldorf

Wegen der Corona-Krise ist der Anteil der Radfahrer in vielen Städten stark angestiegen. Weil gleichzeitig der Autoverkehr zurückgegangen ist, haben einige Städte wie Berlin oder Düsseldorf das genutzt, um temporäre Radwege einzurichten. Dafür haben sie auf großen Straßen eine Fahrspur für den Autoverkehr gesperrt und zum Radweg umgewidmet.

Aktivisten wollen mehr Radwege in Dortmund

Die Demonstranten wünschen sich genau das auch in Dortmund. "Die Corona-Krise hat gezeigt, dass viele Straßen für den Autoverkehr überdimensioniert sind und der Platz für den Fahrradverkehr fehlt", sagte Peter Fricke von der Initiative "Aufbruch Fahrrad Dortmund". Auf vierspurigen Straßen wie hinter dem Hauptbahnhof, könne man leicht einen Fahrradweg einrichten, sagte Fricke.

Maßnahme zu aufwändig

Die Stadt Dortmund lehnt das ab. Oberbürgermeister Ullrich Sierau (SPD) sagte, dafür sei es zu spät, weil sich der Verkehr weitgehend normalisiert habe. Anders als in Städten wie Berlin, gebe es in Dortmund kaum Straßen mit drei oder mehr Fahrspuren in eine Richtung. Deshalb sei es sehr aufwändig, solche Radwege einzurichten.

Dortmund setzt auf längerfristige Lösungen

Die Stadt wolle statt kurzfristiger Maßnahmen lieber langfristig etwas für sichereren Radverkehr tun. Unter anderem soll mit breiteren Radwegen am Wall der sogenannte Radwall entstehen. Denkbar sei auch, Straßen zu Fahrradstraßen zu erklären. Auch der Verkehrsausschuss der Stadt hatte es abgelehnt, kurzfristig Pop-Up-Radwege einzurichten.

Stand: 15.06.2020, 17:49

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