Ärger um Ponyreiten auf Cranger Weihnachtskirmes

Ärger um Ponyreiten auf Cranger Weihnachtskirmes

  • Umstrittenes Ponyreiten beim Cranger Weihnachtszauber
  • Veterinäramt genehmigt Angebot mit 15 Ponys und einem Esel
  • Tierschützer fordern landesweites Verbot

Die Cranger Weihnachtskirmes sorgt schon vor ihrer Eröffnung am Donnerstag (21.11.2019) für Diskussionen. Grund ist ein sogenanntes Pony-Karussell. Kinder können dort auf Ponys und einem Esel im Kreis reiten.

Tierschützer kritisieren das. Mittlerweile gibt es eine Onlinepetition, mit der das Ponyreiten verhindert werden soll. Die Zahl der Unterstützer wächst im Minutentakt.

Reiten im Zehn-Meter-Kreis

Ein Sprecher der Stadt Herne sagte am Mittwoch (20.11.219) allerdings, dass die Petition nichts ändern werde. Das Veterinäramt hat das Ponyreiten erlaubt. Es bestätigte am Mittwoch noch einmal, dass der Pferdewirt alle Richtlinien einhalte und es den Tieren gut gehe.

Der Mann hat zugesichert, dass die Tiere regelmäßig ausgewechselt werden, um auf einer Koppel Pause machen zu können. Das Reiten selbst soll aber in einem Zehn-Meter-Kreis stattfinden. Neben dem Cranger Weihnachtszauber ist der Pferdewirt auch auf zahlreichen weiteren Volksfesten unterwegs - unter anderem der Allerheiligenkirmes in Soest.

Immer wieder Streit um Ponyreiten

Um das Ponyreiten gibt es schon länger Diskussionen. Erst im vergangenen Jahr war auf dem Dortmunder Weihnachtsmarkt ein entsprechendes Angebot ausgefallen. Zuvor hatte es mehrmals Proteste von Tierschützern gegeben, weil die Tiere stundenlang im Kreis laufen mussten.

2018 war ein Betreiber erfolgreich vor Gericht gegen die Stadt Krefeld vorgegangen, weil diese das Pony-Karussell auf der Sprödentalkirmes nicht zulassen wollte. Es kam zu Protesten von Tierschützern und Schaustellern.

Tierschutzverband will landesweites Verbot

Ralf Unna

Ralf Unna vom Tierschutzverband NRW

Im aktuellen Fall von Herne fordert der Tierschutzverband NRW, das Pony-Karussell zu untersagen. "Es geht nicht darum, dass Tierschützer wieder alles verbieten wollen", sagte Vizepräsident Ralf Unna dem WDR. Grundsätzlich habe er nichts dagegen, wenn Kinder auf Ponys ritten. Das Problem sei die Form. "Das Laufen im Kreis wird den Tieren nicht gerecht." Gegen das Reiten im Wald sei hingegen nichts einzuwenden.

Der Tierschutzverband fordert das Land auf, beim Thema Pony-Karussell tätig zu werden. Derzeit entscheide jeder einzelne Amtstierarzt in den Kommunen über eine Erlaubnis - mal positiv, mal negativ. Unna schlägt stattdessen vor, dass das Land mit einem Runderlass entscheidet, dass das Ponyreiten gegen den Tierschutz verstößt.

Stand: 20.11.2019, 13:33