Polizeianwärter gewinnt vor Gericht im Tattoo-Streit

Polizeianwärter klagt vor Gericht

Polizeianwärter gewinnt vor Gericht im Tattoo-Streit

  • Löwen-Tätowierung laut OVG Ablehnungsgrund
  • Polizei hatte Charakter des Bewerbers angezweifelt
  • Beschluss ist unanfechtbar

Ein Polizeianwärter aus Recklinghausen hat am Donnerstag (14.05.2020) vor dem Oberverwaltungsgericht Münster gegen das Land NRW gewonnen. Es darf ihn nicht nur wegen einer Löwen-Tätowierung ablehnen.

Polizei zweifelte an Einstellung des Bewerbers

Der Mann hatte sich zuvor für den gehobenen Dienst bei der Polizei beworben und das Testverfahren erfolgreich durchlaufen. Dann wurde seine Einstellung aber abgelehnt, da wegen eines Tattoos Zweifel an seiner charakterlichen Eignung bestünden. Das Bild eines Zähne fletschenden Löwen auf der Brust war für die Polizei zu aggressiv.

Gericht gab Anwärter Recht

Das Oberverwaltungsgericht entschied anders: Berechtigte Zweifel an einem tätowierten Bewerber könnten nur gegeben sein, wenn die Tattoos Hinweise auf eine demokratiefeindliche Einstellung geben würden.

Zweiter Sieg vor Gericht

Der Polizeianwärter gab an, das für ihn der Löwe für Stärke, Mut und Macht stehe. Er hatte bereits in erster Instanz vor dem Verwaltungsgericht in Gelsenkirchen gewonnen. Der Beschluss jetzt ist unanfechtbar. Bereits 2018 hatte ein Polizist geklagt, der wegen eines Löwen-Tattoos auf dem Unterarm ausgeschlossen werden sollte - auch er hatte Recht bekommen.

Karrierebremse Tattoo? Planet Wissen 28.02.2018 02:41 Min. Verfügbar bis 28.02.2023 WDR

Stand: 14.05.2020, 17:56