Neuer Skandal um rechtsextreme Polizisten in Mülheim

Polizeiwache Mülheim

Neuer Skandal um rechtsextreme Polizisten in Mülheim

Die Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen gegen einen Beamten der Polizei in Mülheim aufgenommen. Er soll einen bereits gefesselten und wehrlosen Mann mit Migrationshintergrund geschlagen haben. Der Polizist ist offenbar einer der Drahtzieher der rechtsextremen Chatgruppen der Polizei.

Die Staatsanwaltschaft Duisburg ermittelt gegen einen Polizisten, der zum Kern der rechtsextremen Chatgruppe der Polizei in Mülheim gehören soll. Der Fall kam erst durch einen Zufall während einer Gerichtsverhandlung ins Rollen.

Einsatz wegen häuslicher Gewalt

Begonnen hat alles bei einem Einsatz in Mülheim. Der 39-jährige Polizist und seine Kollegin wurden wegen häuslicher Gewalt gerufen. Vor Ort sollen die beiden den mutmaßlichen Täter, einen Mann mit Migrationshintergrund, gefesselt haben. Der Mann wurde später wegen häuslicher Gewalt angeklagt.

Kollegin deckt den 39-Jährigen

Vor Gericht gab er jedoch an, gefesselt und in wehrlosem Zustand von dem 39-jährigen Polizisten geschlagen worden zu sein. Der Beamte hatte die Vorwürfe bestritten und von einem erlaubten sogenannten Blendschlag gesprochen, um die Lage in den Griff zu bekommen. Seine Kollegin deckte den Polizisten jedoch in ihrer Aussage. Das Verfahren wurde eingestellt.

Wendung in Gerichtsprozess

Dann die Wendung: In einem zweiten Verfahren beschuldigte eine andere Kollegin den Polizisten und sagte aus, der 39-Jährige habe grundlos auf den Mann eingeschlagen. Jetzt wird doch gegen den Beamten ermittelt, wegen Körperverletzung.

Beschuldigter offenbar einer der rechtsextremen Drahtzieher

Der Polizist soll zum engen Kern des so genannten "Alphateams" gehören. Das ist der Kreis rechtsextremer Polzisten, die über einen Whatsapp-Chat rechtsextreme Inhalte ausgetauscht haben sollen. Insgesamt sollen zu der Gruppe 30 Polizisten zählen, gegen die Ermittlungen laufen.

Stand: 08.10.2020, 13:09