"Rassismus ist Kokolores": Polizei startet Kampagne gegen Antisemitismus

Polizei-Kampagne gegen Antisemitismus

"Rassismus ist Kokolores": Polizei startet Kampagne gegen Antisemitismus

Von Lars Faulenbach

Die Dortmunder Polizei hat am Dienstag eine Kampagne für Vielfalt und gegen Antisemitismus gestartet. 21 Dortmunder und Innenminister Herbert Reul äußern sich in kurzen Statements in sozialen Medien dazu.

Unter anderem beteiligen sich Oberbürgermeister Thomas Westphal, BVB-Chef Hans-Joachim Watzke und die Vorsitzende des DGB in Dortmund Jutta Reiter an der Kampagne.

"Gelebte Religionsfreiheit"

Dortmunds Polizeipräsident Gregor Lange erklärt die Idee für die Kampagne so: "Wir haben engen Kontakt zur jüdischen Gemeinde hier in Dortmund. Wenn ich höre, dass diese Bürgerinnen und Bürger sich unsicher fühlen und darüber nachdenken, Deutschland zu verlassen, dann erschüttert mich das zutiefst."

Deshalb müsste in Familien, Betrieben, Schulen und Gemeinden darüber informiert werden, dass jüdisches Leben in Deutschland nicht nur gelebte Religionsfreiheit und religiöse Vielfalt bedeute, sondern in Deutschland selbstverständlich sei.

Kabarettist Bruno Knust

Das soll auch die Social-Media-Kampagne der Polizei zeigen. Stündlich veröffentlicht sie über Facebook, Instagram und Twitter die Statements. Insgesamt 21 Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens aus Dortmund hat sie dafür gewonnen.

"Wir haben alle Migrationshintergrund"

Mit dabei ist zum Beispiel der Kabarettist Bruno "Günna" Knust "Ich stehe für klare Kante gegen Antisemitismus. Rassismus iss Kokolores. Mensch bleiben. Andere akzeptieren wie sie sind. So iss dat hier." Für ihn sei sofort klar gewesen, dass er mitmacht, als ihn die Polizei angefragt hat, sagt Knust: "Wir Ruhrpöttler haben alle Migrationshintergrund. In letzter Zeit passieren Dinge, wo ich sagen kann, das ist nicht mehr mein Ruhrpott. Und dann muss man, das Maul aufmachen und dagegen sein."

Stand: 08.06.2021, 15:01