NRW-Innenminister Herbert Reul steht an einem Rednerpult vor einem großen Bildschirm

Polizeiarbeit der Zukunft: Reul stellt "Innovation Lab" in Duisburg vor

Stand: 19.01.2022, 17:12 Uhr

NRW-Innenminister Herbert Reul hat in Duisburg das "Innovation Lab" der Polizei eröffnet. In dem Labor erforschen Polizei, Wissenschaft und Wirtschaft zukunftsfähige Techniken.

Die NRW-Polizei erforscht in einem neu geschaffenen Labor in Duisburg technische Hilfsmittel und Arbeitsmethoden der Zukunft. Innenminister Herbert Reul (CDU) eröffnete am Mittwoch das rund 4,3 Millionen Euro teure "Innovation Lab" der Polizei in Duisburg. Es gehe darum, mit digitaler Technik "vor die Lage zu kommen", sagte der Minister.

Laufroboter für rund 60.000 Euro

Star der Präsentation des Zukunftslabors war "Herbie", ein etwa 35 Kilogramm schwerer Laufroboter eines US-amerikanischen Herstellers, den die NRW-Polizei vor wenigen Wochen angeschafft und bereits im NRW-Polizei-Look ausgestattet hat. Der ferngesteuerte Roboter könne mit Kameras und Sensoren Katastrophenorte oder Tatorte mit möglichen Gewalttätern erkunden, sagte der Minister. Zusatzausrüstung mit Mikrofon erlaube, etwa zu Verschütteten vorzudringen und mit ihnen zu kommunizieren.

Der Polizei-Laufroboter, der im neuen "Innovation Lab" in Duisburg vorgestellt wurde

Das Gerät koste in der Erstanschaffung rund 60.000 Euro plus Lizenzgebühren, sagte der Polizeiexperte Dominic Reese. Weitere Verwendungsmöglichkeiten müssten noch geprüft werden, schon jetzt gebe es aber viele Ideen dazu. So könne der Roboter möglicherweise auch bei der Feuerwehr eingesetzt werden. Der Minister steuerte den hundeähnlichen Roboter mit sichtlichem Spaß über eine Demonstrations-Holztreppe auf die filmenden Journalisten zu.

Weiteres Projekt: Handy-App für die Aufnahme von Anzeigen

Auf die Frage, wie viele Roboter wann für den Alltagseinsatz angeschafft werden, wollte sich der Minister noch nicht festlegen. Auch ein Name existiere noch nicht. Intern spreche man gern von "Herbie", sagte ein Mitarbeiter. Einsatzmittel aus dem "Lab" – sofern sie schon vorhanden gewesen wären – hätten der Polizei beispielsweise bei der Flutkatastrophe im vergangenen Sommer geholfen. Damals waren mit dem Strom in der betroffenen Region teilweise auch die Mobilfunknetze ausgefallen, die Polizei sei lokal kurzzeitig "blind und taub" gewesen, sagte der Minister. Erforscht werde nun ein weniger als einen Meter hoher und breiter Kommunikationsquader, der auf engstem Raum und mit Akkubetrieb alle Datennetze der Polizei enthalte.

Das Innovation Lab arbeitet eng mit einer ähnlichen Einrichtung in Hessen zusammen, die bereits seit eineinhalb Jahren existiert. Riesige Bildschirme in der Größe einer "gläsernen Wand" erlaubten den engen Austausch mit der hessischen Einrichtung in Frankfurt bis hin zu den Quellcodes von Programmen, sagte der Duisburger Innovation-Lab-Projektleiter Helmut Picko. Hessische und NRW-Polizei arbeiteten so zusammen etwa an Handy-Apps für die Aufnahme von Anzeigen oder von Fingerabdrücken.

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