Gedenken an Dortmunder Pogrom-Nacht

Eine große Menschenmenge versammelt sich vor dem jüdischen Mahnmal in Dorstfeld.

Gedenken an Dortmunder Pogrom-Nacht

Von Christof Voigt

  • Dortmunder Rabbiner setzte Zeichen gegen Antisemitismus
  • Befürchtete Störungen durch Neonazis blieben aus
  • Schulen und Vereine erinnerten an die Zeit des Nationalsozialismus

Im Dortmunder Stadtteil Dorstfeld haben Freitagnachmittag (08.11.2019) mehrere hundert Menschen an der Seite des Rabbiners Baruch Babaev gestanden. Gemeinsam gedachten sie der November-Pogrome vor 81 Jahren.

Auch in Dortmund markierte die Zerstörung jüdischer Geschäfte, Häuser und Synagogen den Beginn der offenen Judenverfolgung und -vernichtung durch die Nationalsozialisten. Die Polizei schützte das Gedenken vor neuen Nazis.

Banner auch als Sichtschutz

Die Gedenkfeier fand am jüdischen Mahnmal in Dorstfeld statt. Zwei riesige Banner wurden am Veranstaltungsort mit Hubsteigern hochgezogen. Ihre Botschaft war unübersehbar und klar: "Gemeinsam gegen Antisemitismus".

Zwei große Banner mit der Botschaft "Gemeinsam gegen Antisemitismus"

Zwei große Banner stehen am Veranstaltungsort.

Die Banner hatten neben der Botschaft aber auch noch einen ganz praktischen Zweck: Sie schützten das Gedenken vor möglichen Störversuchen von Neonazis. Die hatte es in den vergangenen Jahren immer wieder gegeben und deshalb war auch die Polizei mit vielen Beamten im Stadtteil unterwegs. Störungen blieben in diesem Jahr aus.

TV-Dokumentation: "Jüdisch in Europa"

WDR 5 Scala - aktuelle Kultur 03.09.2019 09:23 Min. Verfügbar bis 02.09.2020 WDR 5

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Rabbiner machte Mut

Mit dem Gedenken an die Opfer der Nazi-Diktatur wollte Rabbiner Babaev gemeinsam mit der Stadt, Dortmunder Schulen und Vereinen ein starkes Signal gegen wachsenden Hass auf Juden setzen. Und der Rabbi machte Mut. Niemand, der sich für Frieden und gegen Hass einsetze, müsse Angst haben. Er werde von der Gemeinschaft gestützt.

Große Unterstützung für Gedenkfeier

Große Unterstützung gab es von der Dorstfelder Initiative "Quartiersdemokraten", die sich im Stadtteil seit Jahren gegen Rechtsextremismus stark macht.

Die Demokraten im Quartier hatten auch in diesem Jahr viele Vereine und Schulen in den Stadtteil geholt, die an Ständen auf dem Wilhelm-Platz über die Schreckensherrschaft der Nationalsozialisten informierten.

Mahnung vor antisemitischen Kampagnen

Neben dem Rabbiner sprachen Dortmunder Politiker. Sie alle fanden mahnende Worte gerade vor dem Hintergrund der antisemitischen Hetzkampagnen Dortmunder Rechtsextremisten und des Anschlags auf die Synagoge in Halle.

Dortmund und die Rechten Hetzer Lokalzeit aus Dortmund 10.10.2019 03:22 Min. Verfügbar bis 10.10.2020 WDR Von Christof Voigt

Stand: 08.11.2019, 16:28

Kommentare zum Thema

3 Kommentare

  • 3 Kristina Wolbs 08.11.2019, 19:09 Uhr

    In keiner Stadt wird soviel "Werbung" für die Nazis gemacht wie in Dortmund. Da wundert es auch nicht das diese in Dortnund immer mehr werden. Der WDR sollte sich mal ein Beispiel an anderen Sendern nehmen, anstatt diese immer wieder hochzuspülen

  • 2 Heinzb aus nrw 08.11.2019, 15:34 Uhr

    Wohl nicht nur die sogenannten Nazis , der Hass gegen Juden in Deutschland zieht sich quer durch viele Bevölkerungsschichten Deutschlands , ob nun viele Alten und auch bei vielen Jugendlichen Deutschlands , das zeigt sich täglich im Leben Deutschlands , auch die Befürchtungen des Karl Lagerfeld sind Wirklichkeit geworden . Damit sollte die Politik sich mehr beschädtigen als nur punktuell an bestimmten Tagen oder Vorkommnissen .

  • 1 S 08.11.2019, 13:20 Uhr

    Ich wünsche allen, dass man in Ruhe gedenken kann und dass keine hasserfüllten, ungebildeten Menschen meinen stören zu müssen.