Ärger in Gelsenkirchen: Jugendliche pöbeln vor Buchhandlung

Etwa zehn Jugendliche steht am Eingang einer U-Bahnstation

Ärger in Gelsenkirchen: Jugendliche pöbeln vor Buchhandlung

Seit fast einem Jahr stören Jugendliche den Betrieb der Buchhandlung Kottmann in Gelsenkirchen. Als die Filialleiterin Christina Njehu die Teenager zu mehr Rücksicht auffordert, eskaliert der Streit.

Immer häufiger treffen sich die Jugendlichen am Eingang der U-Bahnstation am Heinrich-König-Platz in der Gelsenkirchener City. "Viele Kunden steigen schon eine Haltestelle eher aus oder kommen extra ganz früh zum Buchladen, um den Jugendlichen nicht zu begegnen", beklagt die 33-jährige Filialleiterin. Die Jungs würden häufig keine Maske tragen und auch keinen Abstand halten, doch Polizei und Ordnungsdienst würden nicht einschreiten.

Vergewaltigung angedroht

Ein Teenager habe der Filialleiterin sogar Vergewaltigung angedroht, ein anderer habe nach ihr getreten und schon mehrfach seien Postkarten aus der Auslage vor dem Laden gestohlen worden.

Ein Mann und eine Frau stehen vor einer U-Bahnhaltestelle

Dirk Niewöhner und Christina Njehu wünsche sich mehr Polizeipräsenz in der Gelsenkirchener City.

Die Buchhändlerin sorgt sich besonders um das Wohl der 20-jährigen Auszubildenden, die jeden Tag den jugendlichen Pulk passieren müssen. Inhaber Dirk Niewöhner fordert sportliche Alternativen: "Den Jugendlichen fehle es an Beschäftigungsmöglichkeiten in der Pandemie, doch das kann keine Entschuldigung für das Verhalten sein."

Mehr Präsenz von Polizei und Ordnungsdienst gefordert

Die Polizei ermittelte in Bezug auf die Jugendlichen in konkreten Fällen, sehe aber keine allgemeine Problemlage, so Pressesprecherin Merle Mokwa der Gelesenkirchener Polizei auf WDR-Anfrage. Dirk Niewöhner und Christina Njehu haben das Gefühl, die Ordnungsbehörden schauen weg. Trotz zahlreicher Mails und Anrufe sei nichts passiert.

Ein konkreter Vorschlag der Buchhändler ist, dass die Polizei mehr Präsenz zu Fuß zeigt. Regelmäßig würden Polizeiwagen durch die City fahren, doch im Auto seien die Polizisten zu weit weg und nicht gut ansprechbar.

Größeres Problem

"Es ist wirklich schlimm, ich fühle mich unwohl", berichtet auch eine Mitarbeiterin eines benachbarten Geschäfts, die ihren Namen nicht öffentlich lesen möchte. Dirk Niewöhner betont, dass das Problem nicht nur in Gelsenkirchen besteht. Auch in anderen Städten gäbe es ähnliche Schwierigkeiten.

Stand: 04.06.2021, 14:39

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