Lange Haftstrafe für Bottroper Apotheker gefordert

Die Justitia steht neben einem Apothekenzeichen und im Hintergrund sind Infusionsbeutel zu sehen

Lange Haftstrafe für Bottroper Apotheker gefordert

  • 13 Jahre und sechs Monate Haft gefordert
  • Lebenslanges Berufsverbot für Apotheker
  • Urteil soll in wenigen Tagen fallen

Im Apothekerprozess hat die Staatsanwaltschaft am Dienstag (03.07.2018) 13 Jahre und sechs Monate Haft sowie lebenslanges Berufsverbot für den angeklagten Apotheker Peter S. beantragt. Zudem sollen 53 Millionen Euro seines Vermögens eingezogen werden. Geld, das er durch den Betrug erhalten haben soll.

Der 47-Jährige soll laut Staatsanwaltschaft jahrelang lebenswichtige Krebsmedikamente gepanscht und unterdosiert haben. Dadurch könnten Heilungen von an Krebs erkrankten Menschen erschwert worden sein. Durch den Betrug soll bei den gesetzlichen Krankenkassen ein Schaden von rund 56 Millionen Euro entstanden sein. Staatsanwalt Rudolf Jakubowski sprach in seinem Plädoyer von einer "Bereicherung zu Lasten von Menschen, die um ihr Leben bangen." Er sei überzeugt, dass der Angeklagte lebenswichtige Medikamente unterdosiert, bei den Krankenkassen aber voll abgerechnet habe.

Mögliches Urteil in wenigen Tagen

Peter S. sitzt seit November 2016 wegen Betrugs, Köperverletzung und Verstößen gegen das Arzneimittelgesetz in Untersuchungshaft. In wenigen Tagen soll ein Urteil am Essener Landgericht fallen. Die Patienten zeigten sich positiv überrascht, dass die Staatsanwaltschaft eine so hohe Haftstrafe beantragt hat.

Stand: 03.07.2018, 15:33