Personalprobleme im Rettungsdienst der Dortmunder Feuerwehr

Drei Rettungswagen der Feuerwehr Dortmund

Personalprobleme im Rettungsdienst der Dortmunder Feuerwehr

  • Stadt Dortmund will Rettungsdienst aufstocken
  • Während Grippewelle doppelt so viele Einsätze
  • Feuerwehrgewerkschaft: Befristete Verträge problematisch

Die Dortmunder Feuerwehr braucht mehr Personal. Laut Stadt steigen die Einsatzzahlen jährlich etwa um fünf Prozent. Während der Grippewelle war das besonders deutlich zu spüren: Wegen zahlreicher Kreislaufprobleme schossen die Einsatzzahlen nach oben. Bis zu 590 Einsätze gab es während der Grippewelle täglich, sonst sind es durchschnittlich 270.

Feuerwehrleute häuften Überstunden an

Um dem Bedarf nachzukommen, haben die Mitarbeiter der Dortmunder Feuerwehr massiv Überstunden angehäuft. Zum Teil wurden freitagnachmittags Mitarbeiter gesucht, die spontan am Wochenende Dienste übernehmen konnten.

Der Leiter der Feuerwehr Dortmund, Dirk Aschenbrenner, betont aber, dass zu keinem Zeitpunkt die Gefahr bestand, einzelnen Notfällen nicht helfen zu können: Rettungswagen und Mitarbeiter seien jederzeit ausreichend im Dienst gewesen.

Gewerkschaft: Hausgemachtes Problem

Die Deutsche Feuerwehrgewerkschaft (DeFeuG) spricht von einem hausgemachten Problem: Viele Mitarbeiter seien aus dem Dortmunder Rettungsdienst abgewandert, weil ihr Arbeitsvertrag Mitte 2019 endet. Wer irgendwo einen unbefristeten Arbeitsvertrag angeboten bekommt, wandere ab, so Dirk Viertelhaus von der DeFeuG.

Die Folge: Von den 26 Planstellen im Rettungsdienst seien derzeit nur 17 besetzt. Die DeFeuG fordert, dass die restlichen 17 befristet angestellten Mitarbeiter sofort entfristet werden, damit sie nicht auch noch abwandern.

Die Stadt Dortmund hat einen eigenen Plan entwickelt, um das Problem zu lösen. Sie möchte das Personal im Rettungsdienst der Feuerwehr insgesamt aufstocken. So sieht es der neue Rettungsdienst-Bedarfsplan vor, dem die Stadtspitze schon zugestimmt hat. Im Mai muss noch der Rat der Stadt sein Okay geben.

Mehr verbeamtete Feuerwehrleute

Die Stadt will mehr verbeamtete Feuerwehrleute einstellen. Die sind auch für den Rettungsdienst ausgebildet und können sowohl im Brandschutz als auch im Rettungsdienst eingesetzt werden. Dafür soll es weniger angestellte Mitarbeiter geben, die dann entfristet werden sollen.

Um den steigenden Einsatzzahlen gerecht zu werden, soll es außerdem mehr Rettungswagen geben. Während momentan bei der Dortmunder Feuerwehr noch 17 Rettungswagen täglich im Einsatz sind, sollen es demnächst 32 sein. Dazu sollen zwei zusätzliche Notarzt-Einsatzfahrzeuge kommen.

Stand: 03.04.2018, 18:50