Dachdecker in Lünen kämpft um Mitarbeiter mit Extras

Dachdecker in Lünen kämpft um Mitarbeiter mit Extras 02:30 Min. Verfügbar bis 29.04.2020

Dachdecker in Lünen kämpft um Mitarbeiter mit Extras

  • Handwerker aus Lünen bietet Mitarbeitern Extras
  • E-Auto oder Kindergartenzuschuss
  • Beschäftigte müssen über ein Jahr dabei sein

Dachdeckermeister Markus Janz aus Lünen bietet seinen Mitarbeitern jetzt das eine oder andere Extra an. Zum Beispiel stellt er ihnen ein E-Auto oder ein E-Bike zur Verfügung, um sie bei der Stange zu halten. "Ich bekomme keine Facharbeiter mehr", sagt Markus Janz. Über das Arbeitsamt versucht er Personal zu bekommen, auch über eine eigene Facebookseite. Bisher erfolglos.

E-Auto oder E-Bike für Mitarbeiter

"Ich habe beschlossen, jedem Mitarbeiter, der länger als ein Jahr dabei ist, ein E-Auto oder ein E-Bike zur Verfügung zu stellen oder einen Zuschuss für den Kindergartenplatz zu bezahlen," so der Dachdeckermeister. Außerdem sorgt er dafür, dass es an jeder Baustelle ein Dixi-Klo für seine Beschäftigten gibt.

Facharbeiter an die Industrie verloren

Einige Mitarbeiter hat der Dachdecker an Industriebetriebe verloren. Geselle Matthias Sommer versteht die abgewanderten Kollegen nicht. Zwar wäre es im Winter in der Fabrikhalle wärmer als auf dem Dach, aber man verdiene auch weniger. 2500 bis 3000 Euro habe er im Monat.

Beim Angebot seines Chefs, oben drauf ein E-Auto zu bekommen, habe er sofort zugesagt. "Ich erledige damit meine Wege zur Arbeit. Das spart den Zweitwagen."

Nachwuchs fehlt - Dachdecker werden wohl teurer

In diesem Jahr werden nur etwa fünfzehn Lehrlinge in Dortmund und Lünen ihre Gesellenprüfung machen. 130 Betriebe gibt es. "Wenn die Personalentwicklung so weiter geht, dann wird sich die Oma in sieben oder acht Jahren keinen Dachdecker mehr leisten können", prognostiziert Dachdeckermeister Janz. Die Kosten für den Fuhrpark oder die Berufsgenossenschaft müssten auf weniger Aufträge umgelegt werden. Also würde der Dachdecker teurer.

Stand: 29.04.2019, 15:00