Studie: Erhöhte PCB-Belastung bei Bergleuten

Studie: Erhöhte PCB-Belastung bei Bergleuten

  • Einsatz von PCB unter Tage von 1969 bis 1986
  • Blutuntersuchung bei 200 Bergleuten
  • Keine akute Gesundheitsgefährdung

Der Bergbaukonzern RAG hat am Mittwochvormittag (09.01.2019) die Ergebnisse einer Studie vorgestellt, mit der die PCB-Belastung von Bergleuten aus NRW und aus dem Saarland analysiert wurde. Im vergangenen Jahr hatten 200 Testpersonen freiwillig eine Blutprobe abgegeben.

Aus der Analyse der Uniklink Aachen geht nun hervor, dass etwa die Hälfte der Probanden während ihrer Tätigkeit unter Tage im Vergleich mit dem Durchschnitt der Bevölkerung stärker mit PCB belastet waren. Das Ergebnis ist unabhänig vom Standort des jeweiligen Bergwerks. Betroffen sind mehrere tausend Bergleute, die im direkten Kontakt mit den Hydraulikölen gearbeitet haben.

Ergebnisse PCB-Studie RAG WDR aktuell 09.01.2019 01:31 Min. Verfügbar bis 09.01.2020 WDR

Keine akute Gesundheitsgefährdung

Laut der RAG konnte bisher keine akute Gesundheitsgefährung nachgewiesen werden. Die Teilnehmer sollen aber weiterhin medizinisch betreut werden, da eventuelle Spätfolgen nicht auszuschließen seien. Das Umweltgift PCB gilt als krebserregend und kann Schäden an zahlreichen Organen hervorrufen. Die Chemikalie gehört zu den giftigsten Substanzen der Welt und ist seit Ende der 1980er Jahre in Deutschland verboten.

PCB-haltige Hydrauliköle wurden von 1969 bis 1986 unter Tage eingesetzt. Laut Angaben der RAG hatte die Bergaufsicht die Verwendung des schwer entflammbaren Öls aus Brandschutzgründen festgelegt. Grund für die Vorschrift sei ein schweres Grubenunglück in Belgien gewesen.

Die Gesundheitsgefährdung durch PCB war zunächst nicht bekannt. Die RAG tauschte die Hydrauliköle aus, nachdem wissenschaftliche Analysen das Risiko nachgewiesen hatten.

Stand: 09.01.2019, 10:52