Verdächtiger gesteht: Flaschenwurf in Kamen doch kein Versehen

Flaschenwurf aus Zug in Kamen: Tatverdächtiger gesteht 01:47 Min. Verfügbar bis 04.11.2020

Verdächtiger gesteht: Flaschenwurf in Kamen doch kein Versehen

  • 31-jähriger Verdächtiger spricht zunächst von Versehen
  • Tatverdächtiger revidiert Aussage - betrunken geworfen
  • Kind nicht mehr in Lebensgefahr

Am Freitag (01.11.2019) ist eine Zweijährige durch eine Flasche, die aus einem Zug in Kamen geflogen ist, schwer verletzt worden. Der Tatverdächtige hatte zunächst der Polizei gesagt, dass die Flasche versehentlich aus dem Zug gefallen sei.

Am Montag (04.11.2019) kam er erneut zur Polizei und korrigierte seine Aussage: Er sei betrunken gewesen und habe die Whiskyflasche unachtsam aus dem Fenster geworfen. Dass der zügig fahrende Zug zu diesem Zeitpunkt durch einen Bahnhof fuhr, habe er nicht bemerkt.

Tatverdächtiger sprach zunächst von Versehen

Der Tatverdächtige hat sich am Sonntag (03.11.2019) im Zug der Polizei zu erkennen gegeben. Der Partyzug war auf dem Rückweg aus Norderney. In Münster waren die Ermittler erneut eingestiegen und hatten die Zugreisenden auf der Suche nach dem Täter nochmals befragt.

Dabei gab der 31-jährige Mann aus Moers zu, dass die Whiskyflasche ihm gehört habe und sagte, dass sie versehentlich aus dem Zug fiel, als er mit einem Koffer hantierte. Die Polizei ermittelt jetzt wegen fahrlässiger Körperverletzung.

Veranstalter erwägt Glasflaschen-Verbot

An Bord des Zuges nach Norderney befanden sich rund 500 Menschen. Sie waren alle von der Polizei kontrolliert und befragt worden. Der Veranstalter der Party-Fahrt überlegt, künftig Glasflaschen im Zug zu verbieten.

Bei der Durchfahrt eines Zuges im Bahnhof Kamen war am Freitag (01.11.2019) ein zwei Jahre altes Mädchen schwer verletzt worden. Der Vater war mit dem Kind auf dem Arm die Treppe zum Gleis hinaufgestiegen. Unvermittelt sei aus dem durchfahrenden Zug eine Whisky-Flasche geflogen.

Flasche traf erst Hindernis

Ermittlungen der Polizei haben inzwischen ergeben, dass die Flasche dem Mädchen nicht direkt an den Kopf flog. Die Flasche sei erst an ein Hindernis geprallt, wodurch die Wucht des Aufschlags zumindest etwas abgemildert wurde.

Greven: Ein Zug steht auf dem Bahnhof in Greven, nachdem er dort von der Polizei gestoppt wurde.

In Greven wurde der Zug von der Polizei angehalten

Die Folgen waren trotzdem heftig: Das Kind schwebte zunächst in Lebensgefahr. Nach einer Operation stabilisierte sich sein Zustand wieder. Lebensgefahr besteht nicht mehr. Das Mädchen liegt aber immer noch auf der Intensivstation.

Reiseveranstalter sagt Behörden Unterstützung zu

Der Reiseveranstalter, die Müller-Touristik mit Sitz in Münster, sagte den ermittelnden Behörden volle Unterstützung zu. "Wir sind bestürzt über das, was passiert ist", erklärte der Geschäftsführer des Unternehmens, Bernd Niemeyer, gegenüber dem WDR.

An Bord des Zuges seien verschiedene einzelne Gruppen gewesen. Getränke würden in weichen Pfandbechern aus biologisch abbaubarem Material ausgegeben. Wie in anderen Verkehrsmitteln auch, sei es den Zugreisenden erlaubt gewesen, Getränke und Speisen selbst mitzubringen

Stand: 04.11.2019, 16:27