Hitze in NRW - Comeback des Ozon-Alarms?

Autoabgase in der Sonne

Hitze in NRW - Comeback des Ozon-Alarms?

Das Sommerhoch sorgt für eine stärkere Ozon-Konzentration. Erste Schwellen wurden an Messstellen in NRW bereits überschritten.

Strahlend blauer Himmel, Hochsommerwetter - so war es auch vor ziemlich genau 22 Jahren. Umweltministerin war eine gewisse Angela Merkel, als es am 12. August 1998 in Deutschland Fahrverbote wegen "Ozon-Alarm" gab. Das entsprechende Gesetz ist längst Geschichte.

Fahrverbote sind also nicht mehr zu erwarten, auch wenn die Ozonwerte am Freitag in Teilen von NRW schon die sogenannte Informationsschwelle erreicht haben. An acht Messstellen in NRW wurde die Schwelle von 180 Mikrogramm Ozon pro Kubikmeter Luft überschritten – zum Beispiel in Bottrop, Duisburg, Niederzier und Mülheim.

Viel Ozon – Große Anstrengung im Freien vermeiden

Die Behörden raten, bei viel Ozon vor allem beim Sport im Freien aufzupassen. Denn wer sich viel bewegt, atmet mehr Luft ein und damit mehr Ozon. Das giftige Gas kann bei empfindlichen Menschen Kopfschmerzen auslösen, außerdem Schleimhautreizungen oder Schädigungen der Atemwege.

Generell erreicht die Ozon-Konzentration in Ballungszentren am Nachmittag ihren Höhepunkt. Dort wäre zum Beispiel eine Runde Joggen nachmittags oder am frühen Abend eine schlechte Idee. Die bessere Zeit für Sport wäre frühmorgens. Etwas anders sieht es im Umland aus, wo die Luft aus den Ballungszentren etwas später hin geweht wird. Dort werden die höchsten Ozon-Werte eher nachts oder am frühen Morgen erreicht.

Landesamt liefert stündlich aktuelle Ozonwerte

Ozon-Vorhersagen für Nordrhein-Westfalen erstellen das Landesamt für Natur, Umwelt, Klima und Verbraucherschutz und die Uni Köln. Und es werden auch stündlich Werte von allen 26 Messstationen in Nordrhein-Westfalen aktualisiert.

Weniger Schadstoffe in der Luft als noch in den 90er Jahren

Die besonders hohen Konzentrationen wie in den 90er Jahren werden heute nicht mehr erreicht. Auch die Warnschwelle mit Werten ab 240 Mikrogramm wird nur selten überschritten. Das liegt am Umweltschutz. Damit Ozon in Bodennähe entsteht, braucht es neben Sonnenstrahlung Schadstoffe wie Stickstoffdioxid, die zum Beispiel im Straßenverkehr erzeugt werden. Weil die Motoren heute sauberer und die Filteranlagen in der Industrie besser sind, sind weniger Schadstoffe in der Luft.

Gelöst ist das Problem dennoch nicht. Es gibt immer noch viel Ozon-Belastung. Die mittleren Werte bekommen Bürger aber so nicht mit. Weil davor nicht öffentlich gewarnt wird.

Stand: 08.08.2020, 16:23

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