Ruhrbischof widerspricht Vatikan: Homosexualität neu bewerten

Porträtbild, Franz-Josef Overbeck im Gespräch

Ruhrbischof widerspricht Vatikan: Homosexualität neu bewerten

Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck verlangt eine "ernsthafte und zutiefst wertschätzende Neubewertung der Homosexualität" durch die katholische Kirche.

So steht es in einem Brief, den Overbeck an alle Pfarreien im Bistum Essen geschickt hat. Nach dem Nein des Vatikans zur Segnung homosexueller Paare habe er zahlreiche Zuschriften von Seelsorgerinnen und Seelsorgern erhalten, die ihm ihre offene Ablehnung der Position des Vatikans übermittelt hätten, berichtete Overbeck nach einer Mitteilung des Bistums.

Homosexuelle gekränkt und verletzt

Die kirchliche Lehre verlange "dringend eine erweiterte Sichtweise auf die menschliche Sexualität", so Overbeck. Die Erklärung der Glaubenskongregation habe viele Menschen mit einer homosexuellen Orientierung gekränkt und verletzt. Eine solche Position werde in der heutigen Zeit nicht mehr akzeptiert. Die Haltung der Gläubigen dürfe vom Vatikan nicht ignoriert werden.

Vatikanpapier zu Homosexuellen: "Vergrault unendlich viele Gläubige"

WDR 2 16.03.2021 03:49 Min. Verfügbar bis 16.03.2022 WDR 2


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Die Glaubenskongregation hatte am Montag klargestellt, dass die Kirche nicht befugt sei, homosexuelle Paare zu segnen. Unzulässig sei jede Segnungsform, die eine homosexuelle Partnerschaft anerkenne.

Stand: 19.03.2021, 14:55