Schlagstöcke für Ordnungskräfte in Dortmund

Schlagstöcke für Dortmunder Ordnungsdienst Aktuelle Stunde 19.01.2019 02:21 Min. UT Verfügbar bis 19.01.2020 WDR Von Andrea Moos

Schlagstöcke für Ordnungskräfte in Dortmund

  • Schlagstöcke gehören bald zur Schutzausrüstung
  • Mitarbeiter werden häufig von aggressiven Bürgern bedroht
  • Polizeigewerkschaft sieht Aufrüstung kritisch

Die Stadt Dortmund hat sich nach einer Testphase dafür entschieden, Mitarbeiter des Ordnungsdienstes mit Schlagstöcken auszustatten.

Testweise hatte die Stadt ihre Ordnungskräfte schon 2017 mit Schlagstöcken ausgestattet, um die Mitarbeiter im Umgang damit zu schulen. Bis dahin hatte Dortmund den Einsatz von Schlagstöcken abgelehnt, schloss sich dann aber Städten wie Köln, Bonn und Wuppertal an.

Beleidigt, bedroht und angegriffen

Die sogenannten Mehrzweckstöcke, wie die Polizei sie nutzt, sollen künftig alle Ordnungskräfte zur Abwehr einsetzen - im absoluten Notfall, wie ein Sprecher der Stadt am Samstag (19.01.2019) betonte. Nach Angaben der Stadt werden die Mitarbeiter des Ordnungsamtes häufiger beleidigt, bedroht und in seltenen Fällen angegriffen, wenn sie auf Streife gehen.

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Der Ordnungsdienst schreitet zum Beispiel ein, wenn Leute auf Kinderspielplätzen rauchen oder trinken, wenn Hunde nicht angeleint sind oder wenn Häuserwände angeschmiert wurden. Mit Schutzwesten, Handschellen und Pfefferspray waren die Mitarbeiter vorher schon ausgestattet.

Kritiker befürchten Eskalation

Die Aufrüstung des Ordnungsdienstes ist umstritten. Kritiker befürchten, dass Angreifer den Mitarbeitern den Schlagstock entreißen und gegen sie einsetzen könnten. Grüne und Linke in Dortmund finden, dass Konflikte damit eher eskalieren könnten. Die CDU hingegen begrüßt den Plan.

Die Gewerkschaft der Polizei sieht die Aufrüstung kritisch. Aus ihrer Sicht soll das Gewaltmonopol bei der Polizei bleiben. Die Stadt Dortmund versichert aber, dass die Mitarbeiter intensiv geschult seien und die Schlagstöcke nur benutzen sollen, wenn sie angegriffen werden.

Bessere Deeskalationstrainings

Martin Nees von der Gewerkschaft Verdi NRW befürchtet, dass Ordnungsmitarbeiter wegen Körperverletzung vor Gericht landen könnten, sollten sie den Schlagstock tatsächlich einsetzen. Dem WDR sagte er am Montag (21.01.2019), dass die Gewerkschaft stattdessen Bodycams und bessere Deeskalationstrainings fordere.

Schlagstöcke für Mitarbeiter des Ordnungsamts

WDR aktuell 19.01.2019 00:28 Min. Verfügbar bis 19.01.2020 WDR

Stand: 21.01.2019, 14:34