"One Billion Rising": Wer tanzt, hat keine Angst

One Billion Rising 2018

"One Billion Rising": Wer tanzt, hat keine Angst

  • Tanz-Demonstration in vielen NRW-Städten
  • Protest macht auf Gewalt gegen Frauen und Mädchen aufmerksam
  • Rund 100 Menschen tanzten in Oberhausen

In viele NRW-Städten findet am Mittwoch (14.02.2018) wieder die Kampagne "One Billion Rising" statt. Der getanzte Protest macht auf Gewalt gegen Mädchen und Frauen aufmerksam. Jede und jeder ist eingeladen, auch spontan noch mitzumachen.

Gegen Gewalt: Lachen, Tanzen, Trommeln

Die Aktion "One Billion Rising"  heißt übersetzt "Eine Milliarde steht auf". Auch in Bonn und Oberhausen zeigten Frauen und Männer ihre Solidarität - zur Hymne "Break the Chain" - "Spreng die Ketten".

One Billion Rising 2018: Plakat

Fröhliche Gesichter, ernstes Anliegen: Bei der weltweiten Kampagne "One Billion Rising" gingen am Mittwoch (14.02.2018) unter anderem in Oberhausen Menschen auf die Straße. Auf dem Altmarkt in der Innenstadt versammelten sich rund 100 Engagierte, um gegen Gewalt an Frauen zu demonstrieren.

Fröhliche Gesichter, ernstes Anliegen: Bei der weltweiten Kampagne "One Billion Rising" gingen am Mittwoch (14.02.2018) unter anderem in Oberhausen Menschen auf die Straße. Auf dem Altmarkt in der Innenstadt versammelten sich rund 100 Engagierte, um gegen Gewalt an Frauen zu demonstrieren.

Mitorganisatorin Britta Kostecki von der Oberhausener Gleichstellungsstelle hatte viele Leute zum Mitmachen motiviert. Sie erinnert daran, dass 58 Prozent der Frauen bereits sexuelle Belästigung erlebt hätten. "Knapp die Hälfte dieser Frauen fühlte sich dabei ernsthaft bedroht und hatte Angst um ihre Sicherheit", so Kostecki.

Unter dem Motto "Erhebt euch! Widersetzt euch! Vereinigt euch!" hatten Schüler, Männer und Frauen zuvor einen Tanz einstudiert. Zu dem Lied "Break the Chains" wollen an diesem Tag weltweit Menschen tanzen.

Auch Frauen aus dem Oberhausener Frauenhaus waren auf dem Altmarkt dabei. Einige von ihnen wollten nicht fotografriert werden - aus Angst vor ihren Männern.

Auch einige Flüchtlinge aus Afrika waren bei der Aktion dabei. Tanzlehrer Aettref (r.) hatte mit ihnen zuvor die Schritte eingeübt. "Ich hasse Gewalt gegen Frauen. Am liebsten würde ich jeder von ihnen helfen", so der Oberhausener.

Auf der Bühne sang die junge Sängerin Mariam Touve ein berührendes Lied.

Dann gab es unter blauem Himmel und viel Sonnenschein noch eine fetzige Tanzeinlage.

Auch einige Ensemble-Mitglieder vom Theater Oberhausen waren zur Tanzaktion auf den Platz gekommen. Schauspielerin Ronja Oppelt gab mit einer Kollegin einen Vorgeschmack auf das aktuelle Stück "Männer, die denken."

Geli Schiller tanzte unermüdlich in der ersten Reihe. Die Oberhausenerin hatte sich die Schritte zuvor selbst beigebracht. "Die haben den Tanz ja auf Facebook gepostet."  Die Tanzaktion findet am Mittwoch (14.02.2018) noch in vielen anderen NRW-Städten statt. Unter anderem in Düsseldorf, Köln, Bochum, Gladbeck und Ratingen.

Und auch in Bonn - hier tanzten rund 200 Frauen auf dem Münsterplatz gegen Gewalt.

Globaler Streik gegen Ausbeutung

Jede dritte Frau weltweit war bereits Opfer von Gewalt, wurde geschlagen, zu sexuellem Kontakt gezwungen, vergewaltigt oder in anderer Form misshandelt. "One Billion Rising" ist damit eine Art globaler Streik gegen Ausbeutung und Gewalt.

Doch statt mit Plakaten und lautstarken Forderungen auf die Straße zu gehen, wird dabei aus Protest getanzt. Die Kampagne wurde 2012 von der New Yorker Künstlerin und Feministin Eve Ensler ins Leben gerufen und findet seitdem jährlich statt. "One Billion", also eine Milliarde, bezieht sich auf die von der UN geschätzte Zahl der Frauen, die weltweit Opfer werden.

Stand: 14.02.2018, 15:00