Wrack des verunglückten McLarens

Tödlicher Raser-Unfall in Essen: Neuer Prozess

Stand: 06.01.2022, 11:55 Uhr

Das OLG Hamm hat das Urteil um einen tödlichen Unfall aufgehoben. Der Fahrer war zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Bei dem Unfall damals kam die 18-jährige Beifahrerin ums Leben.

Der Fall um die Todesfahrt in einem Sportwagen auf der A52 muss neu verhandelt werden. Das Oberlandesgericht Hamm wies das Urteil des Landgerichtes Essen als fehlerhaft und teilweise widersprüchlich zurück. Der Fahrer des bis zu 328 km/h schnellen Mc Laren Sportwagens hatte Berufung einelegt.

Mit hoher Geschwindigkeit eine Böschung heruntergeschossen

Bei dem Unfall im März 2019 kam die 18-Jährige Schülerin Gina Maria aus Mülheim an der Ruhr ums Leben. Der Fall erschütterte viele Menschen im Ruhrgebiet. Sie war in den Wagen ihres Bekannten gestiegen, der sie zu einer Spritztour eingeladen hatte. Auf der A52 kam der Wagen von der Fahrbahn ab und raste mit hoher Geschwindigkeit gegen einen Baum. Die Schülerin wurde aus dem Auto geschleudert, der Fahrer überlebte nahezu unversehrt.

Offenbar doch keine fehlende Sportwagen-Routine

In dem Prozess verurteilte das Amtsgericht Essen den 26-Jährigen Millionärssohn aus Essen-Bredeney wegen fahrlässiger Tötung zu einer Haftstrafe von 14 Monaten auf Bewährung. Das Landgericht Essen bestätigte wenige Monate später die Strafe. Das Urteil hielt am Oberlandesgericht Hamm nicht stand. Die Richter rügten die Behauptung, dass der damals 23-jährige seinen Sportwagen wegen fehlender Routine nicht beherrscht haben soll.

Der Mann hatte den 570 PS starken Mc Laren erst zwei Tage zuvor geleast. An anderer Stelle werde dem Fahrer aber bescheinigt, regelmäßige Fahrten mit Sportwagen wie Ferrari oder Lamborghini gemacht zu haben. Des Weiteren habe er an Fahrten auf dem Nürburgring teilgenommen.

Außerdem, so die Richter in Hamm, hätte man die Unfallstelle gefahrlos passieren können. Eine Geschwindkeitsbegrenzung habe es auf der geraden Passage nicht gegeben und die Fahrbahn sei trocken gewesen.

Härtere Betrafung für Angeklagten nicht möglich

Nun muss sich das Landgericht Essen erneut mit dem Fall befassen. Dabei kann der Angeklagte auf eine mildere Bestrafung hoffen, denn ein härteres Urteil ist nach Angaben des OLG Hamm rechtlich nicht möglich.