Ärger um Schokoticket: Stadt will sich nochmal beraten

Ärger um Schokoticket: Stadt will sich nochmal beraten

Von Lisa Kurschilgen

  • Schulwege werden in Oberhausen neu berechnet
  • 700 Schüler verlieren Anspruch auf vergünstigtes Ticket
  • Betroffene zahlen mindestens das Dreifache

In Oberhausen gibt es Ärger um das Schokoticket. Wie ein Sprecher der Stadt dem WDR auf Anfrage am Donnerstag (05.09.2019) mitgeteilt hat, bekommen 700 Schüler, die bisher ein vergünstigtes Schokoticket bezogen haben, in diesem Schuljahr keinen Zuschuss mehr.

Warum verlieren die Schüler den Anspruch auf ein vergünstigtes Ticket?

Die Stadt Oberhausen hat die Methode zur Berechnung des Fußweges der Schüler geändert. Statt mit alten Stadtplänen, ermittelt die Stadt den Schulweg jetzt digital mithilfe von Online-Karten.

Weil ihr Weg nach den Änderungen "zu kurz" ist und damit unter der Bezuschussungsgrenze liegt, haben viele Schüler jetzt keinen Anspruch mehr auf das ermäßigte Schokoticket.

Was bedeutet das für die betroffenen Familien?

Für die Eltern kann das teuer werden. Anstelle der ermäßigten 12 Euro, müssen sie jetzt monatlich 36,70 Euro für das Ticket zahlen. Fallen zusätzlich noch ein oder zwei Geschwisterkinder aus der Förderung heraus, wird es noch teurer.

Für das zweite Kind kostet das Ticket ermäßigt sechs Euro, das dritte Kind erhält es kostenlos. Ohne Zuschuss zahlen alle Kinder den vollen Preis - für Familien mit drei Kindern ein Mehrkostenaufwand von über 1.000 Euro pro Jahr.

Was sagt die Stadt dazu?

Die Stadt begründet ihre Entscheidung damit, dass durch die neue Methode eine präzisere Berechnung möglich sei. Dadurch könne man "objektive und gerechte Rahmenbedingungen" schaffen. Allerdings überlege man nach der massiven Kritik, sich jetzt noch einmal zu beraten.

"Wir sind dabei zu überprüfen, ob die, die in Grenzbereichen wohnen, vielleicht doch noch eine Chance bekommen, von der Stadt entsprechend Unterstützung zu unterhalten", so ein Stadtsprecher.

Stand: 06.09.2019, 12:08

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