Todbringende Arznei: Essener Arzt wegen des Verdachts auf Totschlag verhaftet

Verdacht auf Totschlag: Ermittlungen gegen Oberarzt an Uniklinik Essen Aktuelle Stunde 23.11.2020 UT Verfügbar bis 30.11.2020 WDR Von Carmen Krafft-Dahlhoff, Rainer Kuka

Todbringende Arznei: Essener Arzt wegen des Verdachts auf Totschlag verhaftet

Ein Krankenhausarzt soll zwei todkranken Männern Medikamente verabreicht haben, die für die Patienten tödlich waren. Eine Mordkommission ermittelt.

Schlimmer Verdacht gegen einen Essener Krankenhausarzt: Der Oberarzt der Essener Uniklinik soll zwei todkranken Männern in ihrer letzten Lebensphase Medikamente verabreicht haben, die zu deren sofortigem Tod führten. Die Polizei wirft dem 44-Jährigen Totschlag vor. Er kam in Haft. Eine Mordkommission ermittelt.

Patienten in kritischem Zustand

Der Beschuldigte habe nur zu einem Fall Angaben gemacht, teilte die Polizei Essen mit. Er habe angegeben, dass er das weitere Leiden des Patienten und seiner Angehörigen habe beenden wollen.

Die beiden Männer im Alter von 47 und 50 Jahren waren laut Polizei Patienten auf der Station des Oberarztes. Sie hätten sich in einem sehr kritischen gesundheitlichen Zustand befunden. Der eine starb am 13. November, der andere am 17. November.

Beschuldigter arbeitete auf Covidstation

Nach WDR-Informationen soll es sich bei dem Mediziner um einen Anästhäsisten handeln, der schon länger psychisch auffällig sein soll. Er soll nach mehreren Personalgesprächen auf eine Covidstation versetzt worden sein. Dort sollen auch die Männer gestorben sein.

Tod unmittelbar herbeigeführt

Der Arzt wurde am 18. November festgenommen. Einen Tag später ordnete ein Richter Untersuchungshaft an. Der Arzt sei seit Februar in der Uniklinik beschäftigt gewesen, teilte das Klinikum mit. "Es besteht der Verdacht, dass der Mediziner in vermutlich zwei Fällen einem versterbenden Patienten in der letzten Sterbephase ein Mittel verabreicht hat, um den Tod unmittelbar herbeizuführen", hieß es in einer Mitteilung.

Die Klinik habe die Staatsanwaltschaft unverzüglich über den Verdacht informiert. Der Mediziner sei sofort außer Dienst gesetzt worden.

Am Montag teilte das Krankenhaus mit, dass es nun eine Hotline für Betroffene und Angehörige gebe. Diese sei zwischen 8 und 16 Uhr unter 0201 723 3434 zu erreichen.

Stand: 23.11.2020, 13:30