Verkehrsverbund mahnt Eurobahn erneut ab

Verkehrsverbund mahnt Eurobahn erneut ab

Von Lars Faulenbach

  • Abmahnung gilt für 15 Strecken der Eurobahn
  • Seit August wieder Ausfälle, Verspätungen, zu kurze Züge
  • Anfang des Jahres wurde die Eurobahn bereits abgemahnt
Kommentare (16)

Der Zweckverband Westfalen Lippe hat die Eurobahn erneut abgemahnt. Das wurde am Donnerstag (06.12.2018) auf dem Verbandstreffen des NWL beschlossen. Seit August sind immer wieder Züge ausgefallen, unpünktlich oder zu kurz gewesen. Die Abmahnung gilt dieses Mal nicht für eine, sondern für alle 15 Bahnlinien, die die Eurobahn im Auftrag des Zweckverbandes betreibt.

Verkehrsverbund spricht von Organisationsversagen

Viele Menschen stehen auf engem Raum in einem Zugabteil

Weil viele Züge aktuell kürzer sind als normal, wird es häufig eng.

Die Vertreter der Eurobahn in der Versammlung des NWL mussten sich harsche Kritik anhören. Das Unternehmen sei seiner Aufgabe nicht gewachsen. Die Geschäftsführerin der Eurobahn bezeichnete es als sehr harten Schlag, dass die Eurobahn diesmal nicht nur für eine, sondern alle 15 Bahnstrecken abgemahnt wurde - und zwar wegen Organisationsversagens.

Außerdem hat der NWL die Eurobahn aufgefordert einen unabhängigen Prüfer ins Unternehmen zu lassen. Sollte sie dies nicht zulassen, droht eine erneute Abmahnung oder Kündigung.

Frust bei Pendlern ist groß

Zwei Fahrgäste haben unabhängig voneinander Online-Petitionen gestartet, die Verbesserungen fordern. Diese haben eine große Resonanz. Außerdem erreichen den NWL regelmäßig Beschwerdebriefe, -anrufe und Mails wegen der täglichen Verspätungen oder Ausfällen von Zügen.

Eurobahn fehlen Züge

Dass es diese Probleme gibt, bestätigt auch die Eurobahn und begründet dies mit fehlenden Zügen. Mehr Züge als gewöhnlich seien in der Werkstatt.

Schuld seien Vandalismus, Unfälle und Schäden an den Rädern. Die Eurobahn bemüht sich um mehr Werkstatt-Personal und hat schon Züge von Konkurrenten ausgeliehen.

Stand: 06.12.2018, 14:01

Kommentare zum Thema

16 Kommentare

  • 16 Heinz Hofmann 07.12.2018, 19:47 Uhr

    In dieser Woche hatte ich bereits unter 4 ausgefallenen Zügen der EuroBahn zu leiden. Bei einem Abo lohnt es sich kaum für 1,50€ jeweils den Fahrgast- Rechte-Bogen auszufüllen. Wenn ich in einem 1-Euro-Shop einkaufe, weiß ich, dass ich nicht den Service eines Fachhandels erwarten kann. Dafür zahle ich auch weniger. Leider gilt dieser Markt-Prinzip nicht beim Nahverkehr. Der Ausschreibende streicht ggf. Abmahnungsgelder ein, freut sich, und der Kunde schaut in die Röhre,- und freut sich wieder auf sein Auto.

  • 15 Franz Veenstra 07.12.2018, 15:30 Uhr

    Die Leute im Vorstand und die von den Verkehrsbünden fahren ja nicht selber Bahn. Dabei geht es die Meisten nur um Gewinn! Nicht um Komfort und Fahrplan für den Reisenden. Zug fällt aus, wie oft passiert das!! Gerade ist die Eröffnung vom Bahnhof Bad Bentheim. Schau doch Mal wieviele riesen SUV( Klimakiller) darumstehen. Die sind nicht vom umweltbewussten Bahnkunden!

  • 14 Grosser, Klaus 07.12.2018, 06:20 Uhr

    Ich weiss nicht, wieso sie sich hier alle über die Eurobahn aufregen, sie wollen doch mehr Wettbewerb auf der Schiene. Verantwortlich für die Zugausfälle und den Lokführermangel ist letztendlich die Bahnprivatisierung und Bahnregionalisierung. Es muss endlich zu einer Staatsbahn zurückgekehrt werden. Dafür müssen sie sich einsetzen.

  • 13 Ulrich Endermann 07.12.2018, 05:30 Uhr

    Guten Morgen, Auf der Strecke des RE3 gibt es die Probleme seit ca. 5 Jahren. Dazu kommen defekte Türen, was bei kürzeren Zügen zu einem unglaublichen Gedränge führt. Dazu ist dies gefährlich, wenn mal jemand z.B. Kreislaufstörungen o.ä. hat. Für meine Begriffe muss der Anbieter gewechselt werden, die Eurobahn schafft es sicher nicht.

  • 12 Danke VRR! 07.12.2018, 00:11 Uhr

    Wie war es damals, als die DB die Strecke bedient hat? Mit der Eurobahn sollte doch alles besser laufen wurde uns versprochen! ;) Danke an die Verkehrsverbünde und die gut Qualifizierten Vorstände! Die, die Entscheidungen zur Streckenvergabe mit Sorgfalt geprüft haben!

  • 11 Thomas Henrichs 06.12.2018, 22:07 Uhr

    Ich finde es zur Zeit auch nicht gut was bei der Eurobahn abgeht aber man darf auch nicht vergessen das es Jahrelang gut lief. Wie damals die Eurobahn die Strecke Münster Bielefeld ubernommen hat lief es gut. Ich fahre jetzt seit elf Jahren die Strecke und höre nur immer Eurobahn. Bei der DB fallen zur Zeit auch am Wochenende regelmäßig Züge aus es kommen keine Durchsagen und man steht auch eine Stunde am Bahnsteig. Darüber hört man nichts. Ich finde das Zugpersonal nett und hilfsbereit von der Eurobahn. Ich hoffe es geht bald wieder aufwärts.

  • 10 Eurobahner 06.12.2018, 22:00 Uhr

    Wenn die Eurobahn schon von Presse und NWL in der Luft zerrissen wird, sollten alle Mal ehrlich sein oder besser recherchieren, warum die Eurobahn laufend verspätet fährt! Zumindest auf den Strecken RB69,RB67 und RB71 ist in mindestens 95% der Verspätungsfälle der verfluchte Fernverkehr schuld!!! Fährt der ICE 10 Min zu spät auf der Strecke von Hamm bis Herford bekommen wir diese Verspätung 1 zu 1 mit, schleppen sie auf den eingleisigen Streckenabschnitten mit und geben sie an den Gegenzug weiter! Trotzdem ist es immer die scheiß Eurobahn, die zu spät fährt!!

    Antworten (2)
    • Wie war es damals, 07.12.2018, 00:01 Uhr

      als die DB die Strecke bedient hat? Mit der Eurobahn sollte doch alles besser laufen, wurde uns versprochen! ;)

    • Kai 07.12.2018, 01:04 Uhr

      Ich stimme ihnen voll zu. Auf der eingleisigen Strecke von Dortmund bzw Lünen bis nach Münster ist das auch so. Der Fernverkehr funkt immer dazwischen und die Eurobahn bleibt im wahrsten Sinne des Wortes auf der Strecke. Aber eben Sie -die Eurobahn bekommt den Zorn der Pendler ab

  • 9 Anonym 06.12.2018, 18:28 Uhr

    Nun muss sich der VRR und NVR dem anschließen und National Express für die unhaltbaren Zustände auf der RE7 und RB48 abmahnen. Seit Wochen nur Verspätungen, Ausfälle und kurze Züge sowie vorzeitiges Wenden in Köln oder Neuss, sowie altes Zugmaterial mit kaputten oder schwer zu öffnenden Türen.

  • 8 Olli 06.12.2018, 18:19 Uhr

    Was die Eurobahn zur Zeit abliefert, ist wirklich schlecht. Man muss aber auch zugeben, dass die Eurobahn nach ihrem Debüt in OWL auf den Strecken Rahden-Bielefeld-Lemgo über Jahre einen guten Job gemacht hatte. Jetzt ist sie offenbar zu schnell gewachsen, schlecht organisiert, unterversorgt bei Material und Mitarbeitenden. Beides fällt nicht vom Himmel und kostet zudem Geld, welches der Mutterkonzern mal in die Hand nehmen müsste.

  • 7 Dirk Benninghaus 06.12.2018, 17:28 Uhr

    Dem Beispiel sollte sich der VRR schleunigst anschließen und die Bahn wegen der S8 und S68 zwischen Wuppertal und Düsseldorf abmahnen, denn hier ist die Störung seit Monaten der Normalfall! Viele Züge gerade der S68 fallen komplett aus (gestern 4 am Morgen), die anderen sind häufig verspätet und die S8 regelmäßig so überfüllt, dass schon in Hochdahl niemand mehr zusteigen kann. Als Gründe werden fehlende Ersatzteile, Vandalismus und Wildunfälle (!) angeführt. Die Angaben im Internet erfüllen den Tatbestand der "fake news", denn dort fahren Züge pünktlich, die gar nicht auf der Strecke sind oder Züge kommen an, bevor sie überhaupt abgefahren sind. Da nimmt man doch lieber den PKW... Auf der S1 soll es übrigens ähnlich aussehen.

  • 6 Dirk Benninghaus 06.12.2018, 17:23 Uhr

    Es wäre schön, wenn der VRR sich diesem Beispiel anschließt und die Bahn wegen der S8 und S68 von und nach Richtung Düsseldorf abmahnt, denn hier ist seit Monaten die Störung der Normalfall. Viele Züge der S68 fallen ganz aus (am 05.12.18 z.B. mindestens 4), die S8 ist chronisch verspätet und überfüllt und oft kommen auf beiden Linien kurze Züge. Als Gründe werden angeführt: Vandalismus, Wildunfälle (!) und fehlende Ersatzteile. Damit es nicht ganz so schrecklich aussieht, werden z.T. Züge im Internet als pünktlich abgefahren geführt, die nie auf der Strecke waren, letztens kam ein Zug sogar an, bevor er überhaupt abgefahren war. Als "Kunde" fühlt man sich nur noch auf den Arm genommen und steigt dann häufig auf den PKW um. Auf der S1 soll es übrigens ähnlich aussehen - ein Armutszeugnis!