Notfallübung zur Archivgutbergung in Duisburg

Notfallübung zur Archivgutbergung in Duisburg

Von Christian Richter

Am Donnerstag (31.10.2019) haben die Feuerwehr und der Notfallverbund Duisburger Kultureinrichtungen auf dem Gelände der Duisburger Feuerwehrschule den Ernstfall geprobt.

Notfallübung zur Erstversorgung von Archivgut nach einem Brand

Verbrannt wurde in dieser Simulation natürlich kein wertvolles Kulturgut, sondern alte, nicht-archivwürdige Akten.

Verbrannt wurde in dieser Simulation natürlich kein wertvolles Kulturgut, sondern alte, nicht-archivwürdige Akten.

Nachdem die Feuerwehr die Akten in Brand gesetzt hatte, wurden sie bis aufs letzte Glutnest fachmännisch wieder gelöscht, die Bergung inklusive Erstversorgung konnte beginnen.

Matthias Frankenstein, Leitender Restaurator im Landesarchiv NRW, führte durch die Übung und gab den Mitarbeitern des Notfallverbundes Duisburger Kultureinrichtungen wichtige Tipps.

Vor ihrem Einsatz legten die Mitglieder des Verbundes Schutzkleidung an und wurden instruiert.

Zur Bergung des brandgeschädigten Archivguts werden die Dokumente zunächst in Kisten gesammelt: Gelöcherte Kisten, damit feuchte und nasse Dokumente weiter abtropfen können und ungelöcherte Kisten für trockenes Archivgut.

Die Stapel sollen eine maximale Höhe von 15 Zentimetern haben; insgesamt drei Handvoll Dokumente à fünf Zentimeter werden einlagig in Folie gewickelt.

Unterschieden wird nasses, feuchtes und trockenes Archivgut. Nasse Dokumente oder Bilder werden zur Vermeidung von Schimmelpilzbildung nach der Erstversorgung bei -30 Grad in einem Kühlhaus eingefroren, um den jeweiligen Zustand zu "fixieren", und anschließend gefriergetrocknet.

Feuchtes Material wird mithilfe eines Bautrockners oder Lüfters getrocknet. Trockenes Archivgut wiederum kann bis zur Restaurierung in einem Lagerraum luftgetrocknet werden.

Nach der Erstversorgung kann das Archivgut von Experten restauriert werden – je nachdem, wie stark es beschädigt ist.

Stand: 31.10.2019, 14:30 Uhr