Nach Corona-Pause: Restaurants in NRW öffnen am Montag

Gastronom Matthias Langhoff in seinem Restaurant

Nach Corona-Pause: Restaurants in NRW öffnen am Montag

  • Speiselokale dürfen ab Montag wieder Gäste empfangen
  • Land schreibt Abstandsregeln vor
  • Freude und Skepsis bei Gastronomen

Nach wochenlanger Leere dürfen Speisegaststätten in NRW ab Montag (11.05.2020) wieder Gäste empfangen – allerdings unter Auflagen. "Es wird eine Wiederaufnahme des gastronomischen Angebots geben", sagte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet am Mittwochnachmittag (06.05.2020).

Zuvor hatten sich die Ministerpräsidenten der Länder gemeinsam mit Bundeskanzlerin Angela Merkel über weitere Lockerungen nach dem Corona-Lockdown verständigt.

Abstand zwischen den Tischen

In nordrhein-westfälischen Gaststätten müsse der Mindestabstand von 1,50 Meter zwischen den Gästen gewährleistet sein, so Laschet. Dies gelte sowohl für Innen-, als auch für Außenbereiche. Außerdem müssten die Betriebe ein Infektionsschutz- und Hygienekonzept vorlegen. Offene Buffets dürfe es nicht geben.

Kneipen, Bars, Clubs, Diskotheken und Bordellbetriebe müssen demnach weiterhin zu bleiben. Für sie gibt es noch keine Aussicht, wann sie wieder öffnen können.

Restaurantbesitzer bereiten sich vor

Viele Restaurantbesitzer hatten schon vorher mit Lockerungen gerechnet und damit begonnen, ihre Lokale auf die neuen Anforderungen vorzubereiten. So hat auch Matthias Langhoff, Betreiber des Duisburger Restaurants Walsumer Hof, Tische auseinandergeschoben, um den vorgeschriebenen Abstand gewährleisten zu können.

In die Freude über den Neustart mischt sich aber auch Skepsis: "Ich will hoffen, dass überhaupt jemand kommt", sagt Matthias Langhoff. Möglicherweise seien Gäste auch erstmal verunsichert: "Ich befürchte schon, dass das nächste halbe Jahr und dann auch das Quartal im neuen Jahr ganz, ganz schwierig wird." Von Angst will er aber nicht sprechen: "Ich werde versuchen, das nach wie vor mit meinen Mitarbeitern hier durchzustehen."

Ministerium: Viele Fragen rechtlich noch offen

Wie genau sich Gastronomen vorbereiten müssen, daran werde gerade noch gearbeitet, sagt ein Sprecher des NRW-Gesundheitsministeriums am Donnerstag (07.05.2020): Wie kann gewährleistet werden, dass maximal "zwei Hausstände" an einem Tisch versammelt sind, wie kann die Bedienung den erforderlichen Abstand halten? Müssen sich Gäste das Essen selber abholen? Diese und viele andere Fragen seien noch offen, bis Montag müssten rechtliche Regelungen dafür gefunden werden.

Dehoga: Gefahr für Betriebe kommt erst jetzt

Auch Marc Weber, Betreiber des Duisburger Brauhauses Webster und zugleich Vizepräsident des DEHOGA Nordrhein gibt zu Bedenken: "Die größte Gefahr kommt für die Betriebe erst jetzt, wenn sie wieder öffnen." Jetzt würden die Kosten etwa für das Personal wieder steigen. Mit halber Gästezahl ließe sich aber nicht so viel Geld einnehmen.

Ein positives Signal für Gastronomen kam am Mittwoch (06.05.2020) vom Bundeskabinett. Das Kabinett hat beschlossen, dass Restaurants und Cafés wegen der Corona-Krise vorübergehend weniger Steuern zahlen sollen. Die Mehrwertsteuer auf Speisen wird demnach für ein Jahr von 19 auf sieben Prozent reduziert.

Stand: 07.05.2020, 09:48