Die Schornsteinfeger heben ihre traditionellen Hüte.

Schornsteinfeger ziehen durch Dortmund

Stand: 20.01.2023, 16:00 Uhr

Dutzende Schornsteinfeger sind am Freitag durch die Dortmunder Innenstadt gezogen, um "Glück" zu verschenken. Anlass war der traditionelle Neujahrsempfang im Bergbauamt.

So viele Glücksbringer sind am Dortmunder Hauptbahnhof selten zu sehen. Rund 140 Schornsteinfeger aus Südwestfalen und dem östlichen Ruhrgebiet trafen sich Freitagvormittag auf dem Bahnhofsvorplatz, um gemeinsam in Richtung Oberbergamt zu ziehen. Die Schornsteinfeger-Innung hatte dort zum traditionellen Neujahrsempfang eingeladen.

Die Schornsteinfeger und Schornsteinfegerinnen erschienen in ihren traditionellen schwarzen Kehranzügen, die auch "Koller" genannt werden. Auch die schwarzen Zylinder, die nur Meister und Gesellen tragen dürfen, durften nicht fehlen.

Regierungspräsident läutet das neue Jahr ein

Dass Schornsteinfeger noch immer als "Glücksbringer" gelten, zeigte sich bei ihrem Spaziergang durch die Innenstadt: Viele Menschen berührten ihre Uniformen, weil der Ruß darauf der Erzählung nach Glück bringen soll. Dazu verschenkten die großen Glücksbringer kleine Miniatur-Schornsteinfeger.

Eine Fußgängerin fasst die Uniform eines Schornsteinfegers an. Das soll Glück bringen.

In der Dortmunder Innenstadt sorgten die "Glücksbringer" für viel Freude.

Der Spaziergang endete am Bergbauamt im Dortmunder Kaiserviertel. Dort läutete Regierungspräsident Heinrich Böckelühr für die Schornsteinfeger offiziell das neue Jahr ein.

Branche steht vor Herausforderungen

Wie das gesamte Handwerk stehen auch die Schornsteinfeger derzeit vor großen Aufgaben. "Die größte Herausforderung ist sicherlich der Fachkräftemangel", erklärte Andreas Quentmeier dem WDR. Der stellvertretende Obermeister der Schornsteinfeger-Innung hat sich deshalb zum Ziel gesetzt, mehr junge Menschen für den Beruf zu begeistern.

Neujahrstreffen der Schornsteinfeger

20.01.2023 00:43 Min. Verfügbar bis 27.01.2024 WDR 2


Auch der Bedarf an Beratungsgesprächen sei immens gestiegen, weil Kundinnen und Kunden durch die Energiekrise verunsichert seien: "Viele fragen uns, wie sie mit ihrer alten Heizung umgehen sollen oder welche Heizungsart die beste ist."

Zumindest die Politik habe auf diese Frage eine klare Antwort, sagt Quentmeier: "Die politische Richtung ist klar. Fossile Brennstoffe sollen mehr und mehr vom Markt entfernt werden und durch Wärmepumpen als Elektroheizung ersetzt werden".

Über dieses Thema haben wir am 20.01.2023 im WDR Fernsehen berichtet: WDR Lokalzeit aus Dortmund, 19.30 Uhr.