Kaum Vorbereitung: Inklusions-Alltag in Recklinghausen

Neue Inklusionspläne: ungenügend? 03:04 Min. Verfügbar bis 14.12.2019

Kaum Vorbereitung: Inklusions-Alltag in Recklinghausen

  • Landesregierung will "Neuausrichtung der Inklusion"
  • Lehrer teils nicht vorbereitet
  • Es fehlen tausende Sonderpädagogen

An der Bernard Overberg-Realschule in Recklinghausen sitzen zwei Kinder mit Förderbedarf in der 5c. Ihre Klassenlehrerin Ina Demuht hat erst drei Wochen vor den Ferien erfahren, dass sie eine Inklusions-Klasse bekommt. Zeit, sich darauf vorzubereiten, hatte sie nicht.

Ihr Studium hat sie erst vor eineinhalb Jahren abgeschlossen, Sonderpädagogik kam darin nicht vor. Eine Stunde in der Woche bekommt sie in ihrem Deutschunterricht Unterstützung von einer Förderlehrerin. Den Rest der Zeit versucht sie trotzdem, irgendwie allen gerecht zu werden. Ein Balance-Akt, der nicht gelingt, meint die 30-Jährige.

Schwerpunktschulen werden eingerichtet

Ab dem kommenden Schuljahr soll es in NRW sogenannte Schwerpunktschulen geben, auch auf die Bernard Overberg-Realschule könnte das zukommen. Das sind Regelschulen, die ein Inklusionskonzept, sonderpädagogisch geschulte Lehrer und passende Räume haben. In den Klassen sollen maximal 25 Kinder unterrichtet werden - drei von ihnen mit Förderbedarf.

Tausende Sonderpädagogen fehlen

Für jede dieser Inklusionsklassen soll eine halbe Sonderpädagogen-Stelle eingerichtet werden. In NRW fehlen aber jetzt schon mehr als 3.200 Sonderpädagogen. Die Landesregierung hat für das kommende Halbjahr 250 neue Studienplätze für Förderlehrer geschaffen.

Ob die Bernard Overberg-Realschule in Recklinghausen eine Schwerpunktschule wird, weiß sie noch nicht. Das werden ihr die Bezirksregierung Arnsberg und das zuständige Schulamt wohl Anfang kommenden Jahres mitteilen. Die Lehrer hoffen, dass sie in diesem Fall noch die Möglichkeit haben, sich rechtzeitig sonderpädagogisch fortbilden zu lassen, um den Balance-Akt "Inklusion" zu meistern.

Stand: 14.12.2018, 12:26