Antifa und Neonazis demonstrieren in Dortmund

Demonstration der Partei Die Rechte am Nordmarkt

Antifa und Neonazis demonstrieren in Dortmund

Zwei Demos zur selben Zeit sorgten am Sonntag für reichlich Konfliktpotenzial in Dortmund. In der Nordstadt trafen Antifa-Gruppen und Neonazis aufeinander.

Ein Polizeihubschrauber, mehrere Hundert Einsatzkräfte und abgesperrte Straßen in zwei Stadtteilen: Die Dortmunder Polizei hatte sich genau vorbereitet, um beiden Seiten einen friedlichen Protest zu ermöglichen.

Antifa-Gruppen hatten eine Demonstration im Stadtteil Dorstfeld angemeldet, der lange als "Nazikiez" galt. Dagegen wollten sie demonstrieren. Zum Unmut der rechten Szene.

Rechte Kundgebung in der Nordstadt

Im Gegenzug hatte die Partei "Die Rechte" eine Kundgebung in der Dortmunder Nordstadt angemeldet. Also in dem Stadtteil, den die Antifa-Gruppen für sich reklamieren. Das wiederum rief linke Gegendemonstranten auf den Plan.

Ungefähr 200 von ihnen hatten sich den Neonazis entgegengestellt. Sie wollten ihnen nicht die Chance geben, ungestört eine Kundgebung am Nordmarkt abzuhalten.

Gegenprotest am Dortmunder Nordmarkt

Unter den Gegendemonstranten war auch die grüne Bezirksbürgermeisterin der Nordstadt, Hannah Rosenbaum. Nazis hätten hier nichts verloren, sagte sie: "Wir haben in der Nordstadt keinen Platz für solche Ideologien, dieser Stadtteil lebt Vielfalt."

Die Rechte warnt vor "Würzburger Verhältnissen"

Ein Redner auf der rechten Demo warnte währenddessen vor "Würzburger Verhältnissen" und spielte damit auf den Messerangriff eines Zuwanderers vor einer Woche an.

Die Demos in Dortsfeld und in der Nordstadt verliefen friedlich. Es wird allerdings nicht das letzte Aufeinandertreffen beider Gruppen gewesen sein. Die Antifa hat für August bereits eine weitere Demo unter dem Motto "Mythos Dorstfeld zerstören" angekündigt.

Stand: 04.07.2021, 20:12