Neonazi-Gruppe "Combat 18" besonders im Ruhrgebiet aktiv

Neonazi-Gruppe "Combat 18" besonders im Ruhrgebiet aktiv

  • Fast alle Mitglieder aus NRW leben im Ruhrgebiet
  • Netzwerk gilt als gewaltbereit und waffenbegeistert
  • Diskussion um Verbot

Drei Viertel aller "Combat 18"-Mitglieder in NRW leben im Ruhrgebiet. Das geht aus der Antwort des NRW-Innenministeriums auf eine kleine Anfrage der Grünen hervor. Demnach leben vier Mitglieder in Dortmund, einer in Hamm und einer in Waltrop. Außerdem sind den Sicherheitsbehörden noch ein Mitglied in Köln und Mönchengladbach bekannt.

Sprengstoffanschläge mit Toten

"Combat 18" steht für "Kampfgruppe Adolf Hitler". Die 18 steht für den ersten und achten Buchstaben des Alphabets. Dahinter verbirgt sich ein rechtsextremes Terrornetzwerk aus England. In den 90er-Jahren verübte es mehrere Sprengstoffanschläge mit Toten – unter anderem in London.

Dortmunder Band mit Verbindungen zu "Combat 18"?

In der rechtsextremen Szene bekennen sich immer wieder Neonazis zu "Combat 18", indem sie T-Shirts mit dem Aufdruck tragen. Der Sänger der Dortmunder Rechtsrock-Band "Oidoxie" hat sich sogar den Namen der Neonazi-Gruppe auf den Oberkörper tätowieren lassen und mit seiner Band eine Art Hymne der Bewegung herausgebracht. In einem Prozess im Sommer 2019 distanzierte sich der Sänger nach eigenen Angaben von der Gruppierung.

Verfassungsschutz sieht keine Verbindung

Die Sicherheitsbehörden sehen keine Verbindung des Sängers zu "Combat 18". In der Antwort erklärt das Innenministerium: „Es liegen […] keine Erkenntnisse dafür vor, dass Mitglieder von „Combat 18“ aus Nordrhein-Westfalen aktive Mitglieder einer Rechtsrock-Band sind.“

Diskussion um Verbot

Seit Monaten wird ein Verbot der Gruppierung diskutiert. Bundesinnenminister Horst Seehofer war nach der Ermordung des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke (CDU), mutmaßlich durch einen militanten Rechtsextremisten, in die Offensive gegangen. Experten sehen den Vorstoß kritisch, denn so würden die Extremisten vorgewarnt und hätten in den vergangenen Wochen genug Zeit gehabt, um zum Beispiel Computerdateien zu löschen.  

Stand: 29.09.2019, 15:40