Rechtsextreme: Weiterer Neonazi verlässt Dortmund

Neonazis mit Flaggen der Partei Die Rechte

Rechtsextreme: Weiterer Neonazi verlässt Dortmund

Ein weiterer, ehemals führender Neonazi verlässt die Stadt. Nach WDR-Informationen handelt es sich um Christoph D., ehemals Mitglied im Bundesvorstand der Splitterpartei "Die Rechte".

Christoph D. war bis vor kurzem in Haft, weil er gegen Flüchtlinge gehetzt hatte. Im November 2019 hat er diese Strafe angetreten, seitdem hat sich in der Dortmunder Neonazi-Szene vieles verändert.

Ihre Kleinstpartei konnte bei der vergangenen Kommunalwahl gemeinsam mit der NPD nur noch einen statt zwei Sitze im Stadtrat holen. Demonstrationen floppen oder finden gar nicht mehr statt, der Dauerdruck der Dortmunder Polizei auf die Szene lässt nicht nach. Viele Neonazis scheint das zu nerven, sie ziehen weg.

Enge Verbindung nach Sachsen

Nach WDR-Informationen wil Christoph D. nach Chemnitz ziehen. Vor ihm haben schon bereits zwei andere Dortmunder Rechtsextremisten eine neue Heimat in der sächsischen Stadt gefunden. Einer davon ist Michael Brück: Er war über Jahre die Führungsperson in der Dortmunder Neonazi-Szene und saß für die Partei "Die Rechte" im Stadtrat.

Christoph D. selbst ist seit vielen Jahren einer der Verbindungsleute der Dortmunder Rechtsextremisten in die sächsische Szene. Er ist in Chemnitz gut vernetzt und gilt als Teil der rechtsextremen Ultragruppe "Kaotic Chemnitz". Seit Monaten werben rechte Initiativen wie "Zusammenrücken in Mitteldeutschland" unter Gleichgesinnten dafür, in den Osten zu ziehen.

Neonazis in NRW weiter gefährlich

Anfang März 2021 hatte Burkhardt Freier, Leiter des nordrheinwestfälischen Verfassungsschutzes, dem WDR gesagt, dass der Wegzug von Führungspersonen die Szenen deutlich geschwächt habe. Auch seine Behörde registriere "dass der Versuch gestartet wird, sich in andere Gebiete zu verziehen, dort anzusiedeln, weil sie glauben, beispielsweise in Ostdeutschland seien sie ungestörter."

Entwarnung wollen die Sicherheitsbehörden aber noch nicht geben. Der Frust über das Scheitern von Teilen der Bewegung könne Einzelne weiter radikalisieren. Und auch antifaschistische Gruppen mahnen zur Vorsicht. Die Neonazi-Szene in Dortmund und NRW sei weiter sehr gefährlich, ihr Gewaltpotential nach wie vor hoch.

Demos am 1. Mai

Für den 1. Mai haben die rechtsextremen Parteien NPD und "Die Rechte" Kundgebungen in Essen und Düsseldorf und eine Mahnwache in Dortmund angemeldet. Die Polizei bereitet sich seit Tagen auf mögliche Einsatz-Szenarien vor.

Dortmund ohne Nazikiez 04:11 Min. Verfügbar bis 05.03.2022

Stand: 30.04.2021, 07:19