Stadt Dortmund will Konzert von Xavier Naidoo stoppen

Xavier Naidoo Live beim Giessener Kultursommer 2019.

Stadt Dortmund will Konzert von Xavier Naidoo stoppen

  • Stadt Dortmund will Konzert des Musikers verhindern
  • Naidoos Äußerungen hätten "rassistische Tendenzen"
  • Stadt will Absage mit Veranstalter regeln

Die Stadt Dortmund will ein Konzert des umstrittenen Musikers Xavier Naidoo Anfang September im Westfalenpark verhindern. Naidoo habe öffentlich Äußerungen "mit rassistischer und antidemokratischer Tendenz" getätigt, hieß es in einer Mitteilung am Freitag (24.04.2020). Er habe "Verschwörungstheorien mit teils antisemitischen Bezügen" geäußert und pflege in den sozialen Medien Kontakte zur Identitären-Bewegung.

"Wir wollen Xavier Naidoo nicht in unserer Stadt und auch nicht jene Anhänger seiner Musik, die seine Positionen teilen", sagte Oberbürgermeister Ullrich Sierau (SPD) laut Mitteilung. Die Stadt erörtere nun in Gesprächen mit dem externen Veranstalter, der die Fläche im Westfalenpark gemietet und den Künstler engagiert habe, wie sich eine Absage am besten regeln lasse. Schon in den vergangenen Jahren hatte es immer wieder Irritationen über Äußerungen des Musikers gegeben.

Viele Vorwürfe in der Vergangenheit

Der Fernsehsender RTL hatte den Sänger Xavier Naidoo nach Rassismusvorwürfen im März aus der Jury von "Deutschland sucht den Superstar" (DSDS) geworfen. Zuvor war ein Video mit kruden Äußerungen über Zuwanderer aufgetaucht. In dem Liedtext hieß es unter anderem: "Ich habe fast alle Menschen lieb, aber was, wenn fast jeden Tag ein Mord geschieht, bei dem der Gast dem Gastgeber ein Leben stiehlt?" An einer anderen Stelle singt Naidoo: "Eure Töchter, eure Kinder sollen leiden. Sollen sich mit Wölfen in der Sporthalle umkleiden, und ihr steht seelenruhig nebendran."

2017 sorgte der Song "Marionetten" von Naidoos Band "Söhne Mannheims" für Diskussionen. Darin werden beispielsweise "Volksvertreter" als "Volks-in-die-Fresse-Treter" bezeichnet, die wie Marionetten von "dunklen Mächten" gesteuert würden. Naidoo sprach von einer "zugespitzten Zustandsbeschreibung gesellschaftlicher Strömungen". Vor dem Eurovision Song Contest 2016 wurde Naidoo beschuldigt, in Liedern gegen Juden und Homosexuelle zu hetzen. Der NDR wollte Naidoo für Deutschland zu dem Wettbewerb schicken. Nach einer Protestwelle nahm der Sender die Entscheidung zurück.

Machiavelli Push #1 - Hanau, Naidoo & The Message

COSMO Machiavelli - Rap und Politik 03.04.2020 36:09 Min. Verfügbar bis 03.04.2025 COSMO


Download

Stand: 24.04.2020, 18:47