Schüsse auf Radfahrer in Marl: Polizei fordert Schadensersatz

Schüsse auf Radfahrer in Marl: Polizei fordert Schadensersatz

  • Mann war mit einem Fahrrad auf der A52 unterwegs
  • Flucht vor der Polizei
  • Beamter fühlte sich bedroht und schoss

Nach einem Polizeischuss an der Autobahn 52 bei Marl fordert die Polizei jetzt Schadensersatz von dem Verletzten. Er soll dafür bezahlen, dass zwei Beamte nach dem Einsatz im vergangenen März dienstunfähig waren. Der Essener ist psychisch krank. Durch den Schuss wurde er schwer am Bein verletzt.

Der Mann aus Essen war geistig verwirrt und mit einem Fahrrad und einem Stoffpanther unter dem Arm über die Autobahn gefahren. Die Polizisten stellten ihn, er floh daraufhin über die Leitplanke. Als einer der Beamten ihn einholte, zog der Mann einen Gegenstand, den der Polizist für eine Waffe hielt. Der Beamte schoss sofort und traf den Mann am Bein. Es stellte sich heraus, dass es sich bei dem Gegenstand um ein Flambiergerät handelte. Nach dem Einsatz waren beide Polizisten psychisch so belastet, dass sie zeitweise nicht mehr arbeiten konnten.

Polizei verweist auf Rechtslage

Der Mann soll nun 5.800 Euro zahlen, seine Anwältin hat die Forderung der Polizei jedoch zurückgewiesen. Laut ihr hätte der Einsatz so nie stattfinden dürfen. Der Beamte hätte dem Verdächtigen nicht alleine nachstellen dürfen. Die Polizei verweist auf die Rechtslage, nach der der Verursacher eines Polizeieinsatzes auch für die Folgen aufzukommen habe.

Stand: 24.01.2018, 10:21