Deutsch-afrikanisches Internet-Fernsehen gestartet

Moderatorin und Fernseh-Techniker vor einem grünen Vorhang

Deutsch-afrikanisches Internet-Fernsehen gestartet

  • Verein will mit Video-Portal gegen Vorurteile ankämpfen
  • Filme über Migration innerhalb Afrikas und nach Europa
  • Beiträge für Deutsche mit Infos über den afrikanischen Kontinent

Ein deutsch-afrikanisches Internet-Fernsehen ist seit Freitag (25.05.2018) online: mytide.tv. Die Sendungen und Videos kommen aus einem Dortmunder Fernsehstudio.

Gegen Vorurteile

Das Video-Portal will gegen Vorurteile ankämpfen: Afrika? Das ist Armut, Hunger, Krieg. Und in Europa hat jeder ein dickes Auto und ein Haus. Mit solchen Vorstellungen will das neue Dortmunder Video-Portal "mytide.tv" aufräumen. Es wendet sich an ein deutsches Publikum - und zugleich an Menschen mit afrikanischem Hintergrund. Dahinter steht der Verein "AfricanTide", der sich um Flüchtlinge und um Geschäftsleute aus Afrika kümmert.

Fünf Kanäle mit Afrika-Infos

Fünf Kanäle sind auf der Webseite. Unter der Rubrik "Migration Today" geht es in Reportagen vorwiegend um Auswanderung und Flucht - meist auf Englisch. Die Sparte "It's a Woman's World" befasst sich mit Themen wie "Cat Calling", also sexuelle Belästigung, berichtet über Zwangs-Hochzeiten, aber auch über die erste Frau mit Führerschein in Nigeria.

Länderportraits für deutsches Publikum

Techniker beonachtet mehrere Monitore

Fernsehtechniker Jörg Roßmannek in der Regie

Die "African Journals" hingegen wenden sich eher an ein deutsches Publikum. Sie portraitieren Länder wie Ghana, Elfenbeinküste oder Nigeria und heben die vielfältigen kulturellen und sozialen Unterschiede hervor. Sie wollen ein realistisches Bild zeichnen - weg vom Bambushütten-Image.

Kleines Fernsehstudio im Gewerbegebiet

Die Filme entstehen in einem kleinen Studio in Dortmund-Dorstfeld. Hier sitzt Fernsehtechniker und Kameramann Jörg Roßmannek vor sechs Monitoren. Das Studio ist grell ausgeleuchtet, die Kamera filmt in HD. Schließlich sollen die Bilder auch auf großen Fernsehbildschirmen scharf erscheinen.

Ziel: Live-Sendungen

mytide.tv startet erst einmal als Internet-TV. Irgendwann will die Redaktion aber auch live senden - vielleicht sogar per Satellit. Deshalb sollen die Filme von Anfang an qualitativ hochwertig sein - obwohl eigentlich nicht viel Geld da ist. Denn mytide.tv finanziert sich ausschließlich durch Spenden.

Stand: 25.05.2018, 06:56